Von Regenbögen, Bäumen und Kleeblättern

Wie erklärt man die Dreifaltigkeit?

Eins oder drei? Oder alles in einem? Das Fest Dreifaltigkeit ist schwierig zu erklären. Manchmal helfen Bilder und Symbole. Manches Anschauungs-Objekt wächst auf der grünen Wiese.

Ausgerechnet eines der schwierigsten theologischen Themen wurde 1945 als Deckname des US-Militärs für die erste Kernwaffenexplosion benutzt: Trinity = Dreifaltigkeit. Der Physiker Julius Robert Oppenheimer dachte bei dieser Namensgebung an ein Gedicht von John Donne mit der Zeile „Zerschlage mein Herz, dreifaltiger Gott“. Das „Herz“ der Bombe bestand nämlich aus drei Schichten reaktiver Elemente, die wiederum mit drei Schichten Sprengstoff ummantelt waren zur gezielten Explosion.

Welche Bedeutung bekommt „Dreifaltigkeit“ hier, und wie weit ist diese von ihrer eigentlichen religiösen Bedeutung entfernt! Es ist schwer, sich dem Glaubensgeheimnis der Dreifaltigkeit anzunähern, geschweige denn es erfassen zu wollen.

Bilder zur Dreifaltigkeit sind unvollkommen

Bereits die Kirchenväter benutzten Bildworte zur Veranschaulichung der Trinität, auch wenn sie dabei deutlich machten, dass Bilder nur unvollkommen oder gar irreführend und falsch sein können. Da gibt es das Bild vom Baum mit Wurzeln, Stamm und Zweigen (Tertullian) oder vom Regenbogen mit Sonne, Sonnenlicht und Farben (Basilius von Caesarea) oder von den drei Kerzen, die doch ein einziges Licht verbreiten.

Ein sehr bekanntes Symbol der Dreieinigkeit ist das Dreieck. Bei modernen Darstellungen wie von Yves Klein weisen allein die Farben auf den unsichtbaren dreieinigen Gott hin: Gold auf den Schöpfer, Rot auf Erlöser Jesus Christus, Blau auf den Himmel und Erde erfüllenden Geist.

Patrick, die Königin und das Kleeblatt

Im 4. Jahrhundert stand der Patron Irlands ebenfalls vor dem Problem der Erklärung der Trinität, es gäbe zwar ausschließlich einen Gott, den jedoch in drei Personen. Damit die Leute ihn verstanden, griff Patrick zu einem religionspädagogischen Geniestreich, der bis heute unvergessen ist. So findet sich das Kleeblatt nicht nur auf Irlands grünen Wiesen, sondern auch auf Postkarten, Butterverpackungen und dunklem Bier.

Wie kam es zu der ungebrochenen Beliebtheit des dreiblättrigen Kleeblatts? Der Sage nach benutzte Patrick ein „shamrock“ (Kleeblatt), um dem keltischen Hochkönig Laoghaire die Dreifaltigkeit zu erklären. Patrick nahm ein „Trifolium“, dessen drei Blätter den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist symbolisieren. Die drei Blätter bilden zusammen ein Kleeblatt, so bilden die drei Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist einen Gott.

Ein Gebet als Brustpanzer

Auch wenn der Vergleich natürlich hinter dem Glaubensgeheimnis zurückbleibt, hatte Patrick mit dem Kleeblatt den Widerstand gegen den christlichen Glauben überwunden. Nach dieser legendären Lehrstunde erlaubte der König dem Heiligen, die Insel zu missionieren und das Christentum dort weiter zu verbreiten.

Patrick wurde zum Nationalheiligen Irlands und schuf zugleich ein Nationalsymbol für die grüne Insel, das am 17. März, dem St. Patrick’s Day, überall auf der Welt getragen wird, wo sich Iren finden. Patrick wurde darüber hinaus ein Gebet zugeschrieben, dem man den Titel „St. Patrick’s Breastplate“ gab. Der „Brustpanzer“ soll dem Beter Gottes Schutz zusichern: „Ich erhebe mich heute in gewaltiger Kraft, in Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit, durch den Glauben an die Dreiheit und durch das Bekenntnis zur Einheit des Schöpfers aller Schöpfung. Ich weihe mich heute Gottes wachendem Auge, Gottes lauschendem Ohr, in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit. Ich weihe mich heute Gottes schützenden Händen, Gottes bergendem Schild, in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.“

Alles Nachdenken über die Dreifaltigkeit macht deutlich: Gott ist Liebe, die nicht bei sich bleibt, sondern sich selbstlos dieser Welt mitteilt in Jesus Christus durch seinen Geist.