Deutlich weniger Geld für das Bonifatiuswerk

Aus dem Bistum Münster halbe Million Euro für Diaspora gespendet

Die Menschen im Bistum Münster haben 2017 eine halbe Million Euro für das Bonifatiuswerk zugunsten von Katholiken in großer Minderheit gespendet. Damit liegt das Ergebnis zwar deutlich unter dem des Vorjahrs, aber im Korridor vergangener Jahre.

2016 waren im Bistum 749.000 Euro für das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gespendet worden. Damals waren große Einzelspenden im fünf- und sogar sechsstelligen Euro-Bereich eingegangen, die es 2017 nicht wieder gab. Die 496.000 Euro aus dem Jahr 2017 sind daher eher mit den 542.000 Euro aus dem Jahr 2015 vergleichbar.

Bauhilfe in Wilhelmshaven

Die Kollekte am Diaspora-Sonntag Mitte November erbrachte 2017 im Bistum Münster 99.000 Euro für Katholiken im Norden und Osten Deutschlands, in Nordeuropa und im Baltikum. Im Jahr zuvor waren es 111.000 Euro gewesen. Der Wert schwankt jährlich mit den Gottesdienstbesucherzahlen. Die Erstkommunionkinder im Bistum sammelten 199.000 Euro für Altersgenossen in der Diaspora (Vorjahr 196.000 Euro), die Firmlinge 70.000 Euro (Vorjahr 83.000 Euro).

Hilfsgelder flossen 2017 auch ins Bistum Münster. Mit 50.000 Euro beteiligte sich das Bonifatiuswerk am Umbau eines Gebäudes der katholischen Cäcilienschule in Wilhelmshaven. 4.500 Euro gingen in Projekte der Kinder- und Jugendseelsorge im Oldenburger Land. Zudem wurden drei „Boni-Busse“ angeschafft, die Förderung betrug hier 61.000 Euro.

Drei Busse bewilligt

Die Busse helfen in Pfarreien mit großer Fläche, Entfernungen zu überwinden. „Im Jahr 2017 haben wir Fahrzeuge für die Pfarreien St. Vinzenz Pallotti Bad Zwischenahn, St. Ansgar Barßel und St. Paulus Stuhr-Moordeich bewilligt“, sagte Thomas Twents, Leiter der Projektverwaltung beim Bonifatiuswerk, auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Ausgeliefert wurden die gelben Kleinbusse zum Teil erst in diesem Jahr.

Insgesamt förderte das Hilfswerk 776 Projekte mit 14,5 Millionen Euro. Der Jahresbericht 2017 weist Zuwendungen von 14,4 Millionen Euro aus. Davon stammten 4,8 Millionen Euro aus Kollekten, 5,3 Millionen Euro aus Spenden, Vermächtnissen und Schenkungen und knapp 3,7 Millionen Euro vom Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe.

Weniger Bauhilfe, mehr Projekte für Jugendliche

In Deutschland förderte das Bonifatiuswerk Projekte mit 5,1 Millionen Euro, in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden mit 6,4 Millionen Euro, in Estland und Lettland mit gut 500.000 Euro.

„Perspektivisch fahren wir die Bauhilfe etwas zurück und investieren zunehmend in ,lebendige Steine‘ und Glaubensprojekte insbesondere für Kinder und Jugendliche“, erläuterte Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks. Es unterstütze etwa Personalstellen – in Absprache mit dem jeweiligen Bistum, damit die Stelle über die zwei Förderjahre hinaus finanziell gesichert sei.