Bundesweit einzigartige Fachmesse an diesem Wochenende

Ausstellung „Leben und Tod“ in Bremen – auch für junge Menschen

Zwölf Jugendliche sitzen um einen Sarg herum und sprechen über ihre Erfahrungen. Eben noch waren die Schüler für ein ziemlich ungewöhnliches Stationsspiel in der Bremer Messehalle unterwegs. In dessen Mittelpunkt stand eine traurige Geschichte über den nahen Tod eines ausgedachten Menschen.

Die Aufgabe der Zehntklässler: Findet heraus, welche Hilfsmöglichkeiten es für ihn gibt: Hospize zum Beispiel, Palliativstationen, Seelsorge. Wer bezahlt das? Welche ehrenamtlichen Angebote gibt es? Woran muss man sich wenden?

Jugendliche informierten sich über Tod und Sterben

Lange suchen mussten sie nicht. Denn die Aktionen mit Schulklassen und Jugendgruppen gehörte zum Programm der diesjährigen Messe „Leben und Tod“ in Bremen. Dort präsentieren sich am 10. und 11. Mai rund 140 Aussteller mit Angeboten rund um das Thema Sterben.

An den Ständen von Kirchen, Hospizdiensten oder Sozialverbänden fanden die Jugendlichen schnell Ansprechpartner für ihre Fragen. Anschließend sprachen sie mit Betreuern über ihre Gefühle. Zum Schluss malten sie dazu noch ein Bild und legten es auf den Sarg in der Mitte des Raums.

Weil das Thema Tod auch für junge Menschen wichtig ist

Es ist ein ziemlich ernstes Spiel, das unter anderem katholische und evangelische Gemeinden für das Programm vorbereitet haben. Aber für die langjährige ehrenamtliche Hopizhelferin Britta Lucht ist es mehr als nur ein Spiel.

„Es ist gut, dass junge Leute in guten Zeiten an das Thema herangeführt werden“, sagt die Vertreterin des Ehrenamts im Programmbeirat der Bremer Ausstellung. „Wenn sie mal wirklich selbst betroffen sind, dann stecken sie ja selbst zu sehr in ihrer Trauer.“

Rund 4.500 Besucher bei der „Leben und Tod“

Junge Menschen und ihre Trauer – das war eines der Themen bei der Ausstellung rund um das Thema Sterben, zu der die Veranstalter in diesem Jahr wieder rund 4.500 Besucher erwarteten. 1.500 Fachbesucher hatten sich bereits im Vorfeld zu der in Deutschland einzigartigen Veranstaltung angemeldet.

Junge Menschen brauchen manchmal Rückendeckung für ihre Trauer – das betonte Mechthild Schroeter-Rupieper aus Gelsenkirchen. Die Familien-Trauerbegleiterin stellte bei der „Leben und Tod“ Möglichkeiten der Unterstützung Jugendlicher vor.

Jugendliche haben ein Recht auf Trauer

„Keiner hat das Recht, ihnen ihre Trauer abzusprechen und zu sagen: Sei doch nicht so traurig.“ Stattdessen gelte es, ihnen das Gefühl zu vermitteln: „Du darfst trauern, das ist gut und normal. Trauer tut weh, aber sie wird vorbeigehen und heilen,“ so die Schroeter-Rupieper.

Die Ausstellung fand in diesem Jahr zum 10. Mal statt. Bestatter präsentieren sich dort ebenso wie Kirchen mit ihren Angeboten wie zum Beispiel Buchverlage, Friedhofsgärtner, Goldschmiede oder Versicherungen.

„Leben und Tod“ mit breitem Spektrum an Themen

In Vorträgen und Workshops, die ebenfalls zum Programm gehören, ging es in diesem Jahr zum Beispiel um den richtigen Umgang mit Patienten in der Palliativversorgung, um Trauerrituale oder die Sterbebegleitung von Menschen mit Behinderung.

Den Schwerpunkt der Besucher bilden nach Informationen der Veranstalter Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Bereich Altenpflege und Hospiz. Aber auch für viele Kranken- und Altenpflegeschulen, besonders aus Norddeutschland, gehöre der Besuch der Besuch der Ausstellung und des damit verbundenen Kongresses mittlerweile fest ins Jahresprogramm.

Ab 2020 auch in Freiburg
Die Ausstellung „Leben und Tod“ öffnet ab dem kommenden Jahr zusätzlich auch in Freiburg ihre Tore. Das hat Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen bei der Eröffnung der diesjährigen Veranstaltung bekanntgegeben. „Der Zuspruch hat uns dazu bewogen“, so begründete Schneider den Schritt. „Damit können wir unser Einzugsgebiet deutlich vergrößern und Interessierten aus ganz Deutschland und den angrenzenden deutschsprachigen Nachbarländern Zugang zu den Veranstaltungsthemen bieten.“ Die Termine für das kommende Jahr stehen auch schon fest. In Bremen findet die „Leben und Tod“ am 8. und 9. Mai statt, in Freiburg am 23. und 24. Oktober.