„Öffentliche Reaktionen werden mit in Betracht gezogen“

Bischöfe halten an Sparkurs fest und wollen Härten vermeiden

Die katholischen Bischöfe wollen ihren Sparkurs fortsetzen, aber Härten vermeiden. Seine zuletzt kritisierten Kürzungsbeschlüsse will der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) konkretisieren und überarbeiten. „Die Argumente der eingegangenen, teilweise auch öffentlichen Reaktionen werden dabei mit in Betracht gezogen“, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag mit.

Unter anderen hatte „Kirche+Leben“ berichtet, dass zum Beispiel die Zuschüsse für Pax Christi und das Frauenmissionswerk auf Bundesebene gestrichen werden sollen. Auch stehen deutliche Kürzungen bei der deutschsprachigen Auslandsseelsorge im Raum. Kritiker bemängeln, der grundsätzliche Sparbeschluss aus dem Jahr 2005 sei nicht an die seitdem stark gestiegenen Kirchensteuereinnahmen angepasst worden.

Projektgruppe soll Vorschläge machen

2005 hatten die Bischöfe beschlossen, wegen mittelfristig sinkender Steuereinnahmen den VDD-Haushalt schrittweise abzusenken. Der Etat umfasst derzeit 120 Millionen Euro für überdiözesane Aufgaben. Das sind etwa zwei Prozent der Kirchensteuern, die sich bundesweit 2015 auf etwa sechs Milliarden Euro beliefen.

Die Vollversammlung des VDD am Montag habe über den Stand des Haushalts-Umbaus und „über die vielfältigen Reaktionen gesprochen“. Die VDD-Projektgruppe Haushalt solle „konkrete Vorschläge für die Umsetzung der Kürzungsbeschlüsse“ vorlegen.

Zur Projektgruppe gehören unter anderem die Bischöfe Heiner Koch (Berlin), Franz-Josef Bode (Osnabrück), Gregor-Maria Hanke (Eichstätt) und Wolfgang Ipolt (Görlitz). Hinzu kommen mehrere Generalvikare, ein diözesaner Finanzdirektor und Experten aus dem Sekretariat der Bischofskonferenz.