Weltweit erste Austellung zum Frieden im Christentum

Bistums-Ausstellung zum Frieden startet am 28. April in Münster

Noch treffen täglich Kuriere mit kostbaren Exponaten ein. Und noch ähneln die Räume im Altbau des LWL-Museums für Kunst und Kultur am Domplatz in Münster eher einer Baustelle. Gerade ist ein Hirten-Sarkophag und das Modell der Tiara von Papst Paul VI. aus dem Vatikan angeliefert worden. Und der stellvertretende Direktor des „Museums am Dom Trier“, Stefan Schu, hat ein fast 1.000 Jahre altes Weihrauchfass übergeben, das König Salomon inmitten des himmlisch-friedlichen Jerusalems darstellt. Bis zum 28. April muss alles fertig sein. Dann startet die Bistums-Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“

Auf 400 Quadratmeter werden bis zum 2. September rund 100 ausgewählte Werke zu sehen sein. Zu den Kostbarkeiten gehören eine byzantinische Silberpatene (Hostienschale) mit Kelch aus Washington und der berühmte Brief Dietrich Bonhoeffers mit dem Gedicht „Von guten Mächten“ aus Boston.

Weltweit erste Ausstellung zum Frieden im Christentum

Seit 2015 ist das Team um Thomas Flammer mit der Konzeption und Umsetzung dieser einzigartigen Präsentation beschäftigt. „Weltweit gab es bisher keine Ausstellung, die sich mit dem Frieden im Christentum auseinander gesetzt hat“, sagt der Projektleiter der Bistumsausstellung. Münster ist vom 28. April bis 2. September Schauplatz von fünf Ausstellungen verschiedener Museen, die sich alle mit Facetten des Themas „Frieden. Von der Antike bis heute“ beschäftigen. 400 Jahre nach Ausbruch des 30-jährigen-Kriegs gedenken die Museen dem Abschluss des Westfälischen Friedens (1648) und dem Friedensschluss von Versailles nach dem Ersten Weltkrieg  (1918).

Gemälderestauratorin Janneke Bauermeister und Stefan Schu, stellvertretender Leiter des „Museums am Dom Trier“.
Gemälderestauratorin Janneke Bauermeister und Stefan Schu, stellvertretender Leiter des „Museums am Dom Trier“, mit dem Weihrauchfass des Gozbertus (um 1100) aus dem Trierer Domschatz. Es zeigt König Salomon inmitten des himmlischen Jerusalems. | Foto: Karin Weglage

Die Ausstellungsmacher standen dabei vor zwei besonderen Herausforderungen, wie Domkapitular Klaus Winterkamp verdeutlicht. Der zunächst angedachte Präsentations-Ort der Bistums-Ausstellung, die Domkammer, musste 2017 unter anderem aus energetischen und Sicherheits-Gründen schließen. Das LWL-Museum stellte daraufhin seinen Altbau zur Verfügung. „Zudem waren alle Ausstellungen lange geplant, bevor das Bistum Münster als Gastgeber des 101. Katholikentags Ja gesagt hat“, sagt Winterkamp.

Zwischen Ideal und Wirklichkeit

Deswegen seien die ursprünglich nach den Sommerferien geplanten Präsentationen um einige Monate vorgezogen worden. „Wir wollten auch die Besucher des Katholikentags in Münster als Multiplikatoren gewinnen.“

Die Bistums-Ausstellung  wolle nun einen „nüchternen Blick auf die Gesamtentwicklung des christlichen Friedens­ideals“ vermitteln, sagt Kuratorin Viktoria Weinebeck vom Projekt-Team. „Von den Quellen der biblischen Überlieferung im Alten und Neuen Testament über die Kirchenväter bis heute.“ Dabei wolle man die Kraft des christlichen Ideals verdeutlichen, wie  Grenzen, Missbrauch und Scheitern. Weinebeck: „Zum Beispiel die Frage, ob es einen gerechten Krieg geben kann.“ Das Ausstellungsbudget beziffert Thomas Flammer auf knapp eine Million Euro. Hinzu kommen Personalkosten.

Persönlicher Frieden

Unter dem Titel „(M)ein Stück vom Himmel“  haben Bürger weitere persönliche Friedensobjekte zur Ausstellung beigesteuert. Dazu gehören der Eis-Portionierer eines Internet-Bloggers, eine Bibel mit Granatsplittern und das Essgeschirr eines ehemaligen Kriegsgefangenen. Führungen, Vorträge, Diskussionen und ein Angebot für Kinder ergänzen das Programm. Informationen unter www.friedensausstellung-muenster.de.