Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar

Bündnis für mehr Gerechtigkeit in Deutschland und der Welt

Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am Montag fordern Vertreter von Hilfsorganisationen ein stärkeres Eintreten gegen Kinderarmut und für Minderheiten. Das Bündnis „Reichtum umverteilen - ein gerechtes Land für alle“ verlangt zudem eine steuerpolitische Kehrtwende zur Finanzierung von mehr sozialer Sicherheit, wie die Entwicklungsorganisation Oxfam am Sonntag mitteilte.

„Es ist Zeit für soziale Gerechtigkeit“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Dafür brauche es eine Kehrtwende in der Steuerpolitik, „die den Reichtum im Lande so umverteilt, dass die Beschäftigten davon mehr profitieren“. Im Namen des über 30 Organisationen umfassenden Bündnisses forderte er zudem einen Kurswechsel in der Rentenpolitik, „damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Würde von ihrer Rente leben können“.

Klaschka: Gerechtigkeit ermöglicht Frieden

Ein guter Sozialstaat brauche zwingend eine solidarische und nachhaltige Finanzierung. „Davon sind wir in Deutschland weit entfernt“, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

Neben dem Bündnis äußerte sich auch der scheidende Adveniat-Hauptgeschäftsführer Bernd Klaschka. „Die Gerechtigkeit ist ein wichtiges Erfordernis, um Frieden auf dieser Welt zu ermöglichen“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit bedeute auch, soziale Ausgrenzung von Menschen zu überwinden, zum Beispiel in Lateinamerika die Ausgrenzung der Urbevölkerung. Klaschka wünschte sich „ein Eintreten dafür, dass diese Menschen und Völker eingebunden werden in politische Prozesse, ihre Stimme erheben können für wirtschaftliche Angelegenheiten und ihre Interessen in einem demokratischen Prozess gehört werden“.

Caritas: Zu wenig Hartz IV für Kinder

Die Caritas im Erzbistum Köln fordert mehr politische Entschlossenheit im Kampf gegen Kinderarmut. „Die Hartz-IV-Sätze für Kinder sind zu gering“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Frank Hensel. Die Sätze basierten auf ungenauen Berechnungen und willkürlichen Abschlägen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) prangert die Ausgrenzung von behinderten Menschen in Entwicklungsländern an. Diese hätten keinen Zugang zu Bildung und damit auch keine Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge seien Menschen mit Behinderungen deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne Behinderungen. Ein Leben in Abhängigkeit und Armut sei die Folge.

SOS-Kinderdorf: Ungerechte Bildungschancen in Deutschland

Der Verein SOS-Kinderdorf erinnert anlässlich des Welttags, der jährlich am 20. Februar stattfindet, daran, dass soziale Gerechtigkeit bei den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft beginne. Der Zugang zu guter Schul- und Berufsausbildung ist aus Sicht des Hilfswerks der wichtigste Weg, um Kindern und Jugendlichen eine faire Chance auf ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Doch gerade in diesem Bereich herrsche in Deutschland große Ungleichheit. Noch immer bestimme vor allem die soziale Herkunft eines Kindes in hohem Maße seine Bildungslaufbahn.