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Spardruck: Bistum trennt sich unter anderem von seinen fünf Schulen

Eichstätt gibt Schulen ab – Priester müssen mit fürs Alter vorsorgen

  • Das unter Spardruck stehende Bistum Eichstätt gibt seine fünf allgemeinbildenden Schulen auf.
  • Zudem sollen Eichstätter Diözesanpriester künftig einen Teil ihrer Altersvorsorge selbst bestreiten und dafür 4,65 Prozent ihres Grundgehalts aufwenden.
  • Diese Maßnahme ist mindestens in Bayern bisher einmalig, hieß es.
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Das unter Spardruck stehende Bistum Eichstätt gibt seine fünf allgemeinbildenden Schulen und seine Kirchenzeitung auf. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Zukunftsplan hervor. Beide Maßnahmen sind beschlossen, aber noch nicht terminiert, sagen die Verantwortlichen.

Der vom Diözesansteuerausschuss erst im zweiten Anlauf genehmigte Wirtschaftsplan für 2023 weist zum vierten Mal in Folge ein Defizit aus. Es steigt laut Kalkulation auf 14,9 Millionen Euro. 2021 stand am Jahresende ein Minus von 13,7 Millionen Euro in den Büchern.

Priester sollen zum Teil selbst fürs Alter vorsorgen

Über die Fortführung der Schulen an den Standorten Eichstätt (Rebdorf), Ingolstadt (Gnadenthal) und Abenberg würden derzeit auch Gespräche mit der Politik geführt, hieß es seitens der Bistumsleitung. Betroffen sind ein Gymnasium und vier Realschulen. Bis 2024 werden außerdem die Standorte der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Nürnberg, Roth, Eichstätt und Weißenburg aufgegeben.

Eine in Bayern, wenn nicht sogar deutschlandweit einmalige Entscheidung ist laut Generalvikar Michael Alberter diese: Eichstätter Diözesanpriester sollen künftig einen Teil ihrer Altersvorsorge selbst bestreiten und dafür 4,65 Prozent ihres Grundgehalts aufwenden. So würden die Ausgaben des Bistums um rund 400.000 Euro pro Jahr sinken.

Schlankere Bistumsverwaltung

Der Zukunftsplan sieht ferner vor, die gesamte Bistumsverwaltung in der ehemaligen Maria-Ward-Schule in Eichstätt unterzubringen. Bisher sind auch Gebäude angemietet. In der Immobilie könnte auch der Wohn- und Arbeitsbereich von Bischof Gregor Maria Hanke integriert werden. Dann ließen sich durch eine Vermietung des Bischofshauses Einnahmen generieren.

Durch den Wegfall aller Hauptabteilungen soll die Bistumsverwaltung insgesamt schlanker werden. Von der Verringerung um eine Führungsebene erhoffen sich die Haushälter eine jährliche Kostenersparnis von fast 230.000 Euro.

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