Jeden Donnerstagabend in der Überwasserkirche Münster

Emmanuel-Gemeinschaft bietet wöchentliche Auszeit in Münster

Im Eingangsbereich der Überwasserkirche in Münster lädt ein Sofa ein, es sich gemütlich zu machen. Das fällt leicht, denn der Raum wirkt wie ein Wohnzimmer mit Tischchen, Blumen und Lampen. Auf Stehtischen findet der Besucher Knabbereien und Getränke. Nach und nach füllt sich der Bereich unter dem Kirchturm mit Menschen.

Im Altarraum beginnt kurz darauf ein Gottesdienst mit Musik, Gebet, Impulsen und Stille. Jeder kann sich beteiligen. Dank und Bitten formulieren, mitsingen oder schweigen. Die Liedtexte werden mit einem Beamer auf eine Leinwand projiziert – später beim Impuls auch Bibeltexte und Fotos. Am Ende der Feier ist wieder Gelegenheit für Gespräche.

Neue Konzepte für die Stadtpastoral

Die wöchentlichen Treffen – „Emmanuel-Meetings“ genannt – werden von der geistlichen Gemeinschaft Emmanuel organisiert und gestaltet. Mitglieder der Geistlichen Gemeinschaft haben vor einem Jahr mit einem neuen Konzept der Stadtpastoral begonnen. Sie wollen Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Kirchenbezug ansprechen und ins Gespräch und Gebet bringen.

„Wir haben etwas geschenkt bekommen, das wir nicht für uns behalten wollen“, beschreibt Pfarrer Martin Sinnhuber das Anliegen der Gemeinschaft, anderen Menschen zu vermitteln, dass sie von Gott geliebt sind. Sinnhuber ist Leiter der Gruppe, die neben den wöchentlichen „Emmanuel-Meetings“ noch weitere Angebote entwickelt hat. So gibt es von Zeit zu Zeit ein zwangloses Abendessen ohne thematische Gestaltung und ausdrücklich ohne religiösen Bezug: das „Dinner at Eight“ („Dinner um acht“).

Was macht das „Emmanuel House Münster“?

Für Paare werden besondere Abende gestaltet. Auch ein Glaubenskurs ist in Planung. Und im November wird unter dem Motto „Mission possible“  („Mission möglich“) zu einem Kurs eingeladen, wie Glaube geweckt und weitergegeben werden kann. Die Aktivitäten des Teams sind gebündelt unter dem Dach des „Emmanuel House Münster“ („Emmanuel-Haus Münster“). „Das ist im Moment noch ein virtuelles Haus“, räumt Martin Sinnhuber ein.

„Aber es ist unser Wunsch, einen festen Ort zu haben.“ Der soll jedoch kein kirchliches Gebäude sein. Vorrang hat für Sinnhuber und sein Team zunächst, andere für die Projekte des „Emmanuel House Münster“ zu begeistern: „Im ersten Jahr geht es vor allem darum, dass wir Menschen finden, die das mit uns leben wollen.“

Ein Ort für Suchende

Die in Frankreich gegründete, inzwischen fast 50 Jahre alte Geistliche Gemeinschaft ist seit Längerem in Münster präsent: unter anderem in der Leitung der Pfarrei St. Liudger im Westen der Stadt. Wichtig sei den Mitgliedern die tätige Sorge für die Menschen, denen sie begegnen, und der gemeinsam gelebte Glaube, so Sinnhuber.

In Münsters Innenstadt wollen die Mitglieder vor allem Menschen ansprechen, die auf der Suche nach Sinn für ihr Leben sind, aber in ihren traditionellen Kirchengemeinden keinen Ort für sich sehen. Es hat sich ein siebenköpfiges Team gebildet, das die „Emmanuel-Meetings“ vorbereitet. Die Treffen werden von Regina Niemann und Gunnar Sornek geleitet.

Jeden Donnerstagabend ab 19.30 Uhr

Die Bürokauffrau und der Theologiestudent kümmern sich darum, dass für das leibliche und seelische Wohl gesorgt ist, dass Musiker da sind, die den Gesang begleiten, dass die Technik stimmt und eine einladende Atmosphäre herrscht, in der sich Besucher willkommen fühlen, die ihren Weg in die Kirche finden. Die Treffen werden jeden Donnerstag (außer in den Ferien) ab 19.30 Uhr in der Überwasserkirche in Münster angeboten.