Papst Franziskus spricht Kopten Verbundenheit aus

Entsetzen über Anschlag auf Kirche in Kairo

UPDATE
Papst Franziskus hat am Montag mit Patriarch Tawadros II. telefoniert und seine Verbundenheit mit den Opfern des Attentats in Kairo bekundet. Die koptisch-orthodoxe und die katholische Kirche seien „geeint im Blut“ ihrer Märtyrer, sagte Franziskus in dem Gespräch laut Vatikansprecher Greg Burke. Der Papst versicherte demnach weiter, in einer Messe am Montagabend für die koptische Gemeinschaft zu beten. (KNA)

Nach dem Anschlag auf koptische Christen in Ägypten hat der Weltkirchenrat einen besseren Schutz für die religiöse Minderheit gefordert. Das Massaker zeige, wie stark Christen in Ägypten und im ganzen Nahen Osten bedroht seien, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit, am Sonntagabend in Genf. Auch der Jüdische Weltkongress verurteilte den Anschlag in Kairo, bei dem mindestens 25 Menschen getötet worden waren.

ÖRK-Generalsekretär Tveit erinnerte daran, dass Kopten in den vergangenen Jahren in Ägypten mehrmals das Ziel von Gewalttätern gewesen seien. Er bezeichnete die Getöteten als „Märtyrer für ihren Glauben“.

„Ein Angriff auf uns alle“

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sprach von einem „barbarischen Akt“. „Der Angriff auf christliche Gläubige in einer Kirche in Kairo ist nicht nur ein Angriff auf Christen, er ist ein Angriff auf uns alle“, erklärte Lauder in New York. Die ägyptischen Behörden müssten alles tun, um weiteres Blutvergießen zu verhindern und Gebetsstätten zu schützen.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Anschlag in Kairo verurteilt. Die Nachrichten von dem Attentat seien „wirklich entsetzlich“, sagte Steinmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Das perfide Kalkül der Täter und ihrer Hintermänner sei, das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen mit terroristischer Gewalt zu hintertreiben. „Wir müssen alles dafür tun, dass ihnen das nicht gelingt“, forderte der Minister.

Mindestens 25 Tote

Bei einem der bislang schwersten Anschläge auf koptische Christen in Ägypten wurden mindestens 25 Menschen getötet. Die Explosion ereignete sich am Sonntagmorgen im Kairoer Stadtteil Abbassija nahe der bekannten koptischen Markus-Kathedrale. Eine Bombe detonierte in der anliegenden Kirche von Sankt Peter und Sankt Paul.

Etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Ägypter sind koptische Christen. Papst Franziskus hatte beim Angelusgebet am Sonntag Solidarität mit der christlichen Minderheit in dem Land bekundet. „Ich bete für die Toten und Verletzten“, sagte er auf dem Petersplatz in Rom. Der wichtigste Vertreter der Sunniten in Ägypten und Groß-Imam der berühmten Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte den Anschlag auf die Christen am Sonntag als „schweres Verbrechen gegen alle Ägypter“.