St. Josef Cloppenburg wird für 360.000 Euro dafür umgebaut

Erstmals eine Jugendkirche im Oldenburger Land

Begeisterung dafür gab es schon vor Jahren: eine Kirche, mit besonderen Möglichkeiten für Jugendliche. Licht- und Musiktechnik, Platz für Aktionen, mit Stühlen statt Bänken. An einem passenden Gotteshaus fehlte es in Cloppenburg auch nicht. Die St.-Josefs-Kirche hatte das 2013 bewiesen, beim Projekt „Update – Junge Kirche Cloppenburg“. Auf Initiative des Jugendliturgiekreises der St.-Andreas-Gemeinde zeigten junge Leute damals, wie sie sich eine junge Kirche vorstellen.


Das Wabenmuster der Außenfassade ist charakteristisch für die St.-Josef-Kirche. | Foto: Michael Rottmann

Das war sozusagen die Geburtsstunde für das, was 2015 als Ziel in den Pastoralplan einfloss und am 15. Dezember offiziell startet: eine Jugendkirche in Cloppenburg. „Endlich“: Das sagen insbesondere die Praktiker mit Blick auf die neuen Chancen in einer der jüngsten Städte Deutschlands (fast jeder vierte hier ist unter 18).

Neue Möglichkeiten für Arbeit mit Schülerinnen und Schülern

Schulseelsorger Manfred Quatmann hat etwa die neuen Möglichkeiten für seine Arbeit vor Augen. Die  beiden kirchlichen Schulen der Stadt liegen nur einen Steinwurf entfernt von der geplanten Jugendkirche. Das ist ideal etwa für  Wochenanfangskreise oder ganze Religionsstunden in St. Josef, und zwar nicht nur für kirchliche Schulen.

So wird die Kirche umgebaut
Die meisten Bänke der St.-Josefs-Kirche werden durch Stühle ersetzt. Dadurch soll der Innenraum flexibler genutzt werden können. Die Beichtstühle werden umfunktioniert zu Stuhllagern. Im Eingangsbereich wird ein Beicht- und Besprechungszimmer eingerichtet. Eine Licht- und Musikanlage wird fest eingebaut. Sie soll unter anderem Licht- und Farbeffekte möglich machen. Hinter dem Altar wird eine fünf mal drei Meter große, ausfahrbare Leinwand eingebaut, um zum Beispiel Filme im Gottesdienst einzusetzen. Der Umbau wird rund 360.000 Euro kosten. 65 Prozent gibt es als Zuschuss aus dem Haushalt der oldenburgischen Kirche.

Derzeit hängen etwa die Bilder einer 10. Klasse des städtischen Clemens-August-Gymnasiums (CAG) an den Wänden. Das gesprayte Altarbild haben Firmbewerber aus Wildeshausen und Messdiener aus Cloppenburg gestaltet.

Schon jetzt läuft in der Kirche viel Ungewohntes

Schon jetzt laufe viel Ungewöhnliches und Kreatives in der Kirche: Kunst, Musik, Gottesdienste. „Man kann hier eben jetzt schon viele Sachen machen, die woanders nicht möglich sind“, erklärt Michael Bohne, Kaplan in Cloppenburg. Für ihn ist die Umgestaltung zur Jugendkirche deshalb kein so großer Schritt.

„Im Grunde hat sie diese Funktion schon heute, es hängt nicht an dem Umbau“, sagt er. Aber: Mit der Einweihung im Dezember solle ein Startschuss gegeben werden, der das noch einmal bewusst mache.


Kaplan Michael Bohne | Foto: Michael Rottmann

Besonders neue Möglichkeiten für den Einsatz von Medien werden in der Kirche verbaut. Videotechnik, Licht, Filme. „Aber trotz allem bleibt es eine Kirche!“, betont der Kaplan. „Mit ganz normalen Gemeindegottesdiensten, die auch weiter hier gefeiert werden.“ Was er nicht will: „Einen Konzertsaal, wo ab und zu auch mal Gottesdienst gefeiert wird!“


Schulseelsorger Manfred Quatmann | Foto: Michael Rottmann

Der Umbau ist beschlossen, das Geld ist von der Gemeinde und vom Kirchensteuerrat in Vechta bewilligt, der Termin für die Einweihung steht. Und Michael Bohne spürt, wie diese Nachricht die Menschen bewegt. Kritik aus der Gemeinde? Gibt es die eigentlich auch? Manfred Quatmann schüttelt den Kopf. „Man hört überhaupt nicht die Frage ,Muss das denn sein?‘ Sondern: ,Wann geht es endlich los?‘"

Ein Interview mit Landesjugendseelsorger Holger Ungruhe zur Jugendkirche in Cloppenburg lesen sie in der Wochenzeitung Kirche+Leben vom 24. Juni 2018.