Auf Willkommenskultur folgt Abschiednehmen

Flüchtlingsbeauftragter: Kirche als Vorbild für Integration

Eine schnellere Bearbeitung der Asylanträge ist nach Sicht des Flüchtlingsbeauftragten des Bistums Münster aktuell die wichtigste Herausforderung im Umgang mit Flüchtlingen. Wie die Bischöfliche Pressestelle am Mittwoch (28.09.2016) mitteilte, bemängelt Helmut Flötotto die langen Bearbeitungszeiten: „Menschen verbleiben zu lange Zeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen, die dafür nicht ausgelegt sind. Das führt verständlicherweise in manchen Situationen zu sozialen Konflikten und Frustrationen.“ Seiner Meinung nach sollten Flüchtlinge in Deutschland vom ersten Tag an Deutsch lernen können, anstatt Wochen bis Monate ungenutzt verstreichen zu lassen.

Flötotto betont: „Wir haben nach wie vor eine gute Willkommenskultur im Bistum Münster.“ Allerdings sei den Helfern klar, „dass es neben einer Willkommenskultur auch einer Kultur bedarf, um sich von den Flüchtlingen, die nicht hier bleiben können, wieder zu verabschieden“. Dazu gehöre an manchen Stellen auch Trauerarbeit. Diesen Aspekt habe die Kirche in Fortbildungen und die Arbeit mit den Ehrenamtskoordinatoren aufgenommen.

Als weitere zentrale Aufgabe sieht er Ausbildung und Arbeitsmarktintegration. Viele mittelständische Betriebe brächten sich hier schon heute engagiert ein, auch Kirche und Caritas hätten gute Ansätze. „Als Kirche und Caritas dürfen wir dabei gerne als Vorbild gelten“, wünscht sich Helmut Flötotto. Und er ist überzeugt: „Wir haben eine menschenfreundliche Grundorientierung, von der wir nicht abrücken werden – auch nicht durch rhetorische Scharfmacher.“