Gedenkgottesdienst für 22-jähriges Opfer am Freitag

Flüchtlingshelferin erstochen – Caritas in Ahaus bestürzt

Ein brutales Verbrechen erschüttert die Flüchtlingsarbeit der Caritas in Ahaus: Eine 22-jährige Frau, die ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert war, wurde in der Nacht zum vergangenen Samstag auf offener Straße mit einem Messer angegriffen und starb an ihren Verletzungen. Haupttatverdächtiger ist laut Staatsanwaltschaft Münster ein 27-jähriger Nigerianer, der als Asylbewerber in Ahaus untergebracht gewesen sei. Inzwischen sei der Verdächtige im schweizerischen Basel gefasst worden, die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Die Caritas will gleichwohl an ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe festhalten. Im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ sagte der Vorstand der Caritas Ahaus-Vreden, Hans-Peter Merzbach: „Natürlich ist das eine große Zäsur für unsere Arbeit.“ Er hoffe, dass der Fall keinen langfristigen negativen Einfluss auf das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe haben werde. Auch wenn der Asylbewerber für schuldig befunden würde, handele es sich „um einen Einzelfall“.

„Jetzt erst recht!“ - oder Rückzug

Unter den Mitarbeitern herrsche große Betroffenheit, sagte Merzbach. Die Reaktionen der ehrenamtlichen Helfer reichten von Rückzug bis hin zu einer „Jetzt erst recht!“-Haltung. Von Seiten der Caritas gebe es Überlegungen, die bestehenden Beratungsangebote wie psychologische Gespräche auch für die betroffenen ehrenamtlichen Helfer zu öffnen, erklärt Merzbach: „Dazu müssen wir erfahren, welche Hilfen die Ehrenamtlichen brauchen.“

Schließlich müsse man sich fragen, welche Konsequenzen aus diesem Fall für die weitere Flüchtlingsarbeit gezogen werden könnten, „was wir besser machen können“, beschreibt der Caritas-Vorstand. Derzeit verlange die Situation aber erst, der Betroffenheit Raum zu geben.

Gedenk-Gottesdienst
Am Freitagabend findet um 18.15 Uhr ein Wortgottesdienst in der St.-Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Ahaus statt. Darin soll der verstorbenen 22-jährigen Ahauserin gedacht werden.