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Münchner Missbrauchsgutachten: Privatsekretär verteidigt ehemaligen Papst

Gänswein: Kritik an Benedikt XVI. zum Teil maßlos voreingenommen

  • Erzbischof Georg Gänswein, Sekretär von Benedikt XVI., hält diesen für die "entscheidende Figur" für einen Mentalitätswandel der katholischen Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt.
  • Leider zeigten die Reaktionen auf Aussagen Benedikts zum Münchner Missbrauchsgutachten "eine maßlose Voreingenommenheit" und teils "maßlose Unkenntnis der Fakten".
  • Man wolle Benedikt XVI. "an den Karren fahren".
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Erzbischof Georg Gänswein, Sekretär des früheren Papstes Benedikt XVI., hält diesen bereits als Kurienkardinal für die "entscheidende Figur" für einen Mentalitätswandel der katholischen Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Leider zeige sich in öffentlichen Reaktionen zur Entschuldigungsbitte Benedikts insbesondere in Deutschland "eine maßlose Voreingenommenheit" und teils "maßlose Unkenntnis der Fakten", sagte er dem privaten Fernsehsender EWTN.

Man wolle dem Mann "an den Karren fahren", der zum Umgang der Kirche mit Missbrauch und Pädophilie "die entscheidenden Hilfen angeregt und dann umgesetzt hat". Dem emeritierten Papst werde vielfach etwas unterstellt, das 25 Jahren Arbeit widerspreche, so Gänswein. Auch zeige die Aktenlage des Münchner Missbrauchsgutachtens, dass Erzbischof Ratzinger über die pädophile Vorgeschichte eines im Erzbistum München aufgenommenen Priesters ebenso wenig informiert gewesen sei wie darüber, dass dieser später in der Seelsorge tätig war.

Politische Dimension?

Zur Interview-Frage nach der politischen Dimension des Gutachtens sagte Gänswein, man könne spekulieren, ob der Zeitpunkt der Veröffentlichung mit dem Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland zusammenhänge. Klar sei aber, dass die Reformdebatte des Synodalen Wegs "auf etwas zielt, dem die Person Benedikts im Wege steht". Es sei eine Gefahr, den Missbrauch herzunehmen, um einen Weg zu eröffnen, der "nicht mit der Offenbarung und dem katholischen Kirchenverständnis vereinbar" sei.

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