„Etwas Leichtigkeit in diese Zeit bringen“ will die Priorin aus Arenberg bei Koblenz

„Jerusalema“ – hier tanzen auch Ordensschwestern mit

  • Zum House-Hit „Jerusalema“ aus Südafrika tanzen die Menschen mittlerweile weltweit.
  • Auch die Arenberger Dominikanerinnen bei Koblenz machen mit.
  • „Etwas Leichtigkeit und Licht in diese Zeit bringen“ will Generalpriorin Schwester Scholastika Jurt, die erst nicht mittanzen wollte.
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Ein Tanz geht um die Welt und macht auch vor einem Kloster in Koblenz nicht halt: „Jerusalema“, ein Dance-Hit des südafrikanischen Musikproduzent Mbuzeni Mkhize, wird mit hunderten Millionen Klicks im Netz gefeiert. Zu House-Klängen, komponiert vom DJ „Master KG“, klingen Gospeltöne durch. In dem Lied bittet Sängerin Nomcebo Zikode mit tiefer Stimme in ihrer Sprache Zulu um göttliche Führung und besingt die himmlische Heimat Jerusalem. Ein Jerusalem, das biblisch gemeint für Schutz und Friede aller Völker steht.

Ein Song, der Jugendlichen in Angola in die Beine ging und deren Video den globalen Tanzsturm für gute Laune in Corona-Zeiten lostrat. Mittlerweile filmen sich Krankenschwestern, spanische Polizisten oder Franziskanermönche weltweit und stellen ihre Videos online – sehr zum Vergnügen der Internet-User.

Ein Stimmungsaufheller

Das Video auf YouTube.

Freude und Leichtigkeit, das wollten auch die Schwestern und Mitarbeiter des Kloster Arenberg bei Koblenz verbreiten. Dort herrscht im Teil-Lockdown keine gute Stimmung: „Wir mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und unser Gästehaus wieder schließen“, bedauert Schwester M. Scholastika Jurt im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“.

Mit dem fröhlichen Tanz vertreiben die Arenberger Dominikanerinnen und die Mitarbeiter des Klosters die graue Stimmung.
Mit dem fröhlichen Tanz vertreiben die Arenberger Dominikanerinnen und die Mitarbeiter des Klosters die graue Stimmung.

Normalerweise sind im Kloster Arenberg bis zu 100 Gäste untergebracht und tanken im Vitalzentrum, bei Meditationen oder Wanderungen neue Kraft. „Mit Hygiene-Konzept konnten wir 65 Gäste beherbergen, jetzt ist das Haus ganz leer“, schildert die Generalpriorin der Arenberger Dominikanerinnen. Per Telefon oder Video-Konferenz seien die Seelsorger aber weiterhin für ihre Gäste da.

Die ältesten Schwestern schauen zu und lachen

Als dann die Idee mit der Corona-Challenge bei einer Teamsitzung aufkam, „wollte ich erst nicht mittanzen. Aber dann habe ich das Lied gehört, da war alles klar“, sagt die 55-Jährige. Einige Schrittübungen, einige Wiederholungen, dann schaltete eine Mitarbeiterin des Klosters die Kamera an und los ging es.

Etwa 30 Menschen haben mitgemacht: „Wir hoffen, unseren Gästen ein Zeichen der Hoffnung, der Leichtigkeit und des Lichts in diesen nicht ganz lichten Tagen übermitteln zu können“, sagt die Priorin. Auch für die betagten Schwestern, die nicht mehr hätten mittanzen können, sei das Zuschauen auf den Innenhof ein großer Spaß gewesen, berichtet Schwester Scholastika. Das Video hat mittlerweile mehr als 63.000 Aufrufe.

„Eine Leere, die wir lernen müssen auszuhalten“

Nach dieser angenehmen Unterbrechung steht das Kloster wieder vor der Leere: „Eine Leere, die wir lernen müssen auszuhalten“, sagt Schwester Scholastika, die auch Beziehungen zu dem Dominikanerinnen-Konvent in Datteln unterhält und regelmäßig auf dem Oberinnen-Treffen im Bistum Münster zu Gast ist. Die Corona-Krise habe aufgezeigt, „dass wir nicht die Macher sind“. Frohes miteinander zu teilen und in die Leere hinein auf Gott zu vertrauen: „Ich glaube, dass wir damit alle miteinander gut durch diese Zeit kommen.“

Und Ihr?
Hat Eure Gruppe auch das „Jerusalema“-Fieber gepackt, im Bistum Münster und darüber hinaus? Schickt uns gern Links zu Euren Videos an redaktion@kirche-und-leben.de.

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