Früherer Kurienkardinal sieht Einheit der Kirche bedroht

Kardinal Müller weist Reformforderungen aus Offenem Brief zurück

Kardinal Gerhard Ludwig Müller sieht in dem jüngsten offenen Brief prominenter deutscher Katholiken mit Forderungen zu Reformen in der Kirche einen „Anschlag auf die Einheit“. In einem Beitrag für die in Würzburg erscheinende „Tagespost“ bezeichnet er die Autoren des Briefes als „klerikal-männerbündische Gruppe“.

Die Jesuitenpatres Ansgar Wucherpfennig und Klaus Mertes sowie der Frankfurter Stadtdekan Johannes von Eltz wollten damit den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, als „Vorkämpfer und Durchboxer“ ihrer „Lieblings-Agenda“ beim „Missbrauchsgipfel“ engagieren.

Müller sieht keine logischen Behauptungen

Den Unterzeichnern warf Müller vor, weder empirisch nachprüfbare noch logisch einsichtige Behauptungen aufzustellen. Seiner Ansicht nach kann die im September veröffentlichte Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland nicht dafür verwendet werden, etwa die Aufhebung des Zölibats, das Frauenpriestertum oder die Entsakramentalisierung des apostolischen Amtes sowie seine Umwandlung in „ein religiös-soziales Berufsbeamtentum“ zu fordern.

Das größte Versagen in Deutschland bestehe momentan darin, sich einreden zu lassen, die Lehre der Apostel und der Kirche sei veraltet und man könne die Kirche retten, wenn man sie „dieser Welt“ anpasse, so der Kardinal. Stattdessen gelte es aber, sich durch eine Erneuerung des Denkens zu prüfen, um zu erkennen, was der Wille Gottes sei.