Nach sechs Jahren als Rektor der Marienwallfahrt

Kevelaer verabschiedet Rolf Lohmann am 10. September

Am 10. September ist sein letzter Tag in Kevelaer. Dann wird Weihbischof Rolf Lohmann in dem Ort, an dem er sechs Jahre lang als Wallfahrtsrektor gewirkt hat, verabschiedet. Es ist ein Abschied, wie er in der Wallfahrtsstadt Tradition hat: festliches Hochamt, Marienlob vor der Gnadenkapelle, Fahnenschwenken der historischen Schützenbruderschaften und anschließend Empfang für die Gemeindemitglieder und die Gäste im Petrus-Canisius-Haus.

Rolf Lohmann hat, obwohl erst sechs Jahre als Wallfahrtsrektor in Kevelaer, tiefe Spuren hinterlassen. Durch seine offene und freundliche Art, immer ansprechbar, wenn er im Laufschritt über den Kapellenplatz eilte, hat er die Herzen der Menschen gewonnen. Ihm ist der Spagat gelungen, traditionelle Wallfahrtsformen zu bewahren und neue einzupflanzen. Dabei hat ihm der Namenszusatz der Mutter Gottes in Kevelaer den Weg gewiesen: „Consolatrix Afflictorum – Trösterin der Betrübten“.

Die Betrübten von heute

Immer wieder hat er die Betrübten der heutigen Zeit in den Mittelpunkt gestellt: die Flüchtlinge, die Kranken, die Ausgestoßenen oder die Armen in den so genannten Dritte-Welt-Ländern. Er hat die Betrübten nicht nur benannt, sondern Mitstreiter gesucht, um sich mit ihnen für die „Afflicti“ einzusetzen.

Zum Beispiel, als er das Flüchtlingsboot, die Piroge, oder das Flüchtlingskreuz von Lampedusa im Brunnenhof der Basilika aufstellen ließ oder als er neue Wallfahrtsformen für MS-Kranke oder die interreligiöse Friedenswallfahrt ins Leben rief. „Viele haben mitgewirkt“, zieht er Bilanz. Er hat es als seine Aufgabe gesehen, die vielfältigen Initiativen zu fördern und den Weg mitzugehen. Er ist dankbar für das Team, das ihn unterstützt hat und die vielen Freunde, die er in Kevelaer gewonnen hat.

Erfahrungen mitnehmen

Auch wenn er nun etwa 20 Kilometer weg zieht, bleibt er der Wallfahrt verbunden. „Ich bleibe Kevelaer auf jeden Fall verbunden“, sagt er. „Spirituell und was die großen Frage der Wallfahrt betrifft.“ Und dann denkt  er wieder an die „Afflicti“.

Lohmann möchte in sein neues Amt mitnehmen, was ihn auch in Kevelaer geprägt hat. Er möchte den Glauben im Alltag mit den Menschen teilen, gut zuhören und mitbekommen, was die Menschen in den Pfarren und Gruppen der niederrheinischen Gemeinde denken.

Mit anderen Worten: Er möchte das für sich bewahren, was einen guten Pastor auszeichnet. Seine Bodenständigkeit wird ihm in seinem Streben helfen. Er weiß, er wird viele Gemeinden, ihre Strukturen und Probleme während der Visitationen kennen lernen. „Ich möchte mir die Fähigkeit, zuzuhören und mit Offenheit auf neue Aufgaben zuzugehen, bewahren“, sagt er.