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Verfilmung der Geschichte des Nazi-Gegners kommt am 30. Januar ins Kino

Kino-Tipp: Das verborgene Leben des Franz Jägerstätter

Der US-Starregisseur Terrence Malick hat die Geschichte des frommen Bauern und Nazi-Gegners Franz Jägerstätter verfilmt. Ab 30. Januar in den Kinos.

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Ein frommer Landwirt aus Österreich, der 1942 den Eid auf Hitler verweigerte, 1943 enthauptet und 2007 seliggesprochen wurde: soweit im Schnelldurchlauf das Leben von Franz Jägerstätter, das die Vorlage für „Ein verborgenes Leben“ liefert. Beim Filmfestival in Cannes erhielt das Werk von US-Starregisseur Terrence Malick den Preis der Ökumenischen Jury.

Das knapp dreistündige Epos ist mehrheitlich mit deutschen Schauspielern besetzt – allen voran August Diehl und Valerie Pachner, die sehr überzeugend und zeitgenössisch hager die Eheleute spielen. Außerdem ist Bruno Ganz in seiner letzten Rolle als Militärrichter zu sehen, der Jägerstätter zum Tod verurteilt.

Nur wenig bekannt

Der wegen „Wehrkraftzersetzung“ am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtete Jägerstätter ist eine in der Öffentlichkeit bislang nur wenig bekannte Gestalt. Das hat wohl auch damit zu tun, dass seine Weigerung, den Eid auf Hitler abzulegen, nicht auf politischen Widerstand abzielte, sondern aus christlichen Überzeugungen erwuchs, die auch innerhalb der katholischen Kirche lange als Ärgernis galten.

So dauerte es mehr als ein halbes Jahrhundert, bis Jägerstätter 2007 schließlich doch als ein um seines Glaubens willen verfolgter Märtyrer seliggesprochen wurde.

Matthäus-Passion und Leni Riefenstahl

Malick hat mit seinem Film dieses „verborgene Leben“ dem Vergessen entrissen und widmet ihm ein bildgewaltiges Epos, das Glück und Tragik, aber auch die heroische Größe und die exemplarische Dimension Jägerstätters mit großer filmischer Kraft auslotet.

Schon die mit einem Choral aus Bachs Matthäus-Passion unterlegte Eingangssequenz einer paradiesischen Bergwelt wird abrupt mit Ausschnitten aus Leni Riefenstahls NS-Propagandafilm „Triumph des Willens“ und Wochenschauaufnahmen vom Überfall auf Polen kontrastiert.

Arbeitsam und glücklich

Der Ungeist der neuen Zeit breitet sich auch in der bäuerlichen Bergwelt aus, wo Jägerstätter und seine Frau Fani mit drei kleinen Kindern ein zwar arbeitsames, aber glücklich-frommes Leben führen. Sein wachsender innerer Widerstand gegen die braunen Machthaber eckt bald an.

Einer ersten Einberufung zum Militärdienst leistet er zwar Folge, doch ein zweites Mal will er nicht mitmachen, allen Ratschlägen des Dorfpfarrers und auch des Bischofs zum Trotz. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen; diese Überzeugung kann er nicht relativieren, selbst wenn dies darauf hinausläuft, dass er hingerichtet würde und Frau und Kinder einem ungewissen Schicksal entgegengingen.

Der epische Film gibt den äußeren und inneren Anfeindungen Jägerstätters durch die Dorfgemeinschaft, aber auch den Torturen im Gefängnis viel Raum, emotional mitunter extrem zugespitzt. Das zählt neben den herausragenden Leistungen der Schauspieler zu den großen Stärken der Inszenierung.

Überzeugter Gegner

Die Ökumenische Jury lobte in ihrer Preisbegründung nicht nur die differenzierte Darstellung des menschlichen Dramas von Franz und Fani Jägerstätter, sondern hob auch den Umgang mit dem Gewissensthema hervor. Der Film vermittle eine Ahnung davon, dass die innere Richtschnur im Extremfall keine Rücksicht auf konkrete materielle oder gesellschaftliche Bedingungen nehme.

Hauptdarsteller August Diehl unterstrich in Interviews, wie sehr ihn der Gewissensaspekt an der Figur von Franz Jägerstätter fasziniert. Jägerstätter sei einer gewesen, der die Überzeugung „Das ist falsch“ nicht beiseiteschieben wollte oder konnte.

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