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Vierter Konvoi aus dem Kreis Steinfurt in Planung

Landrat von Lwiw auf Dankestour - Lengericher Vereine sagen Hilfen zu

  • Sergii Kasian, Landrat in der Region Lwiw (Lemberg) in der Westukraine, hat auf einer Dankestour zwei Lengericher Vereine besucht.
  • Die Vereine „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ und „Stützpfeiler.org“ haben bislang drei Hilfskonvois auf die Reise geschickt.
  • Kasian dankte für die großzügigen Spenden aus dem Münsterland.
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„Ohne eure Hilfe könnte die Ukraine nicht so tapfer sein und hätte keine 100 Tage durchgehalten.“ In diese Worte hat Sergii Kasian, Landrat in der Region Lwiw (Lemberg) in der Westukraine, seinen Dank gekleidet an die beiden Lengericher Vereine „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ und „Stützpfeiler.org“. Bei seiner Rundreise zu Unterstützern in der Region machte der Major und Arzt am Donnerstag im Kreis Steinfurt Station. Er berichtete Mitgliedern und Spendern der beiden Vereine aus erster Hand von der Lage in der Ukraine und wie die Hilfe von hier dort nützt.

Mehr als ein Fünftel der Landesfläche und die Hälfte der Wirtschaftskraft verloren, sechs Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer schutzsuchend im Ausland, weitere Millionen als Binnenflüchtlinge in erster Linie in der Westukraine – so beschrieb Sergii Kasian die Lage im Großen. Auch, wenn die Front entfernt ist, sei die Situation in der Region Lwiw eine sehr große, stetige Herausforderung. Die Menschen im Saal hörten aufmerksam und schweigend zu, als sie auf diese Art den Sinn und Nutzen ihres Engagements bestätigt bekamen.

Rettungswagen für die Ukraine

Mitgebrachtes Handyfoto: Sergii Kasian, Landrat in der Region Lviv, übergibt einen gespendeten Rettungstransportwagen an Sanitäter. | Foto: pd
Mitgebrachtes Handyfoto: Sergii Kasian, Landrat in der Region Lwiw, übergibt einen gespendeten Rettungstransportwagen an Sanitäter. |  Foto: pd

Drei Konvois haben die Vereine, die erst im März zusammenfanden, bereits auf die Fahrt nach Lwiw geschickt. Das berichteten Claudia und Hermann Lütkeschümer (Würde und Gerechtigkeit) und Jutta Schulte (Stützpfeiler). Geladen waren 120 Tonnen Hilfsgüter, in erster Linie medizinische Geräte und Material und Lebensmittel. Außerdem erhielt Lwiw zwei Transporter und sieben Rettungs- und Krankentransportwagen, mit Material und Medikamenten ausgestattet von der Uniklinik Bonn und ihrer Zentralapotheke. Beitragende der Hilfsaktion finden sich weit über Lengerich hinaus, was wohl auch am Mitwirken des Ex-Landtagsmitglieds Bernhard von Grünberg liegt.

„Viel und auf hohem Niveau“, lobte Sergii Kasian gerade die medizinischen Spenden. Einiges sei an Regionen verteilt worden, in denen die Menschen es noch dringender bräuchten. Das bedrohte Dnipropetrowsk im östlichen Teil des Landes nannte er, wo von Lwiw aus Hilfe geleistet werde für eines der größten Krankenhäuser der Ukraine. Während es in Lwiw um medizinische Versorgung und Lebensmittel gerade für Binnenflüchtlinge gehe, helfen die Spenden, die die beiden Vereine organisieren, weiter östlich beim Sanitätsdienst und der Verletztenbergung. Drei Spendenfahrzeuge seien bereits zerbombt, berichtete Sergii Kasian.

Gastfreundschaft der Ukrainer bewegt

Weitere Informationen:
www.wurde-gerechtigkeit.de
www.stuetzpfeiler.org

Eindringlich schilderte Maik Menke, Bausachverständiger aus Paderborn und Schirmherr des Vereins „Stützpfeiler.org“, seine Erlebnisse vor Ort: die beängstigende Erfahrung, unter dem Sirenengeheul des Luftalarms schlafen zu wollen; das längst übliche Triage-System in den Krankenhäusern; die Folgen des Mangels an medizinischem Material in den Krankenhäusern jedes noch so kleinen Orts, der Flüchtlinge aufnimmt; das Blut, das aus dem Autoanhänger tropft, mit dem Verletzte transportiert werden. Zugleich war Maik Menke immer noch bewegt von der Gastfreundschaft der Ukrainer.

Sergii Kasian überbrachte als Dankeszeichen für die Vereinsvorstände unter anderem Urkunden in den ukrainischen Landesfarben Blau-Gelb. „Wir wissen, dass dieser Krieg länger dauern wird“, sagte er, „und wir versuchen, uns darauf einzurichten, auch dank ihrer Hilfe“. Würde Putin nicht in der Ukraine gestoppt, greife er nach weiteren Ländern.

Weitere Hilfen im Blick

Spendenkonten (beide bei der Volksbank Westerkappeln-Saerbeck): Stützpfeiler.org e.V.: IBAN: DE45 4036 1627 0052 0153 00; Aktion Würde und Gerechtigkeit e.V., IBAN: DE84 4015 4476 0001 1578 17.

„Wir sind uns einig: Wir werden weiterhin helfen“, kündigte Hermann Lütkeschümer an. Der vierte Konvoi sei zurzeit in Planung und solle noch im Juni abfahren. „Man muss helfen, wo es Not tut, wir sind Christen“, begründete er das Engagement im Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“, dessen Vorsitzender Pfarrer Peter Kossen ist, bekannt für seinen Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Lütkeschümer rief zu weiteren Spenden auf und bat Kommunen zu prüfen, ob sie ausgemusterte RTWs besäßen.

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