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Katholische Kirche eröffnet Fastenaktion in Trier

Misereor: Ackermann mahnt rücksichtsvollen Lebensstil an

Deutsche müssen zu einem bewussteren und die Interessen aller Menschen berücksichtigenden Lebensstil finden. Das hat Bischof Stephan Ackermann bei der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in Trier gesagt.

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am Sonntag im Trierer Dom die Fastenaktion 2017 der katholischen Kirche in Deutschland eröffnet worden. Die vom Bischöflichen Entwicklungshilfswerk Misereor getragene Kampagne steht in diesem Jahr unter dem Motto „Die Welt ist voller Ideen. Lass sie wachsen.“ Sie stellt die Innovationskraft afrikanischer Bauern in den Blickpunkt.

Der westafrikanische Staat Burkina Faso ist Beispielland der Aktion. Dort leben 80 Prozent der 19 Millionen Einwohner von Landwirtschaft und Viehzucht. Misereor unterstützt Projekte, um etwa die Milchproduktion zu steigern oder landwirtschaftliche Innovationen voranzubringen.

Frieden in Gefahr

In seiner Predigt würdigte der Trierer Bischof Stephan Ackermann die Kreativität afrikanischer Landwirte. Sie entwickelten mithilfe von traditionellen und modernen Methoden natürliche Mittel gegen Schädlinge und Krankheiten. Der Bischof mahnte einen bewussteren und die Interessen aller Menschen berücksichtigenden Lebensstil in Deutschland an.

„Wir wissen sehr genau, dass unsere Weise zu konsumieren und Ressourcen dieser Erde zu verbrauchen, zulasten der Armen geht, und doch tun wir uns schwer, unsere Lebensweise umzustellen“, sagte er. Solange Menschen in Entwicklungsländern reelle Lebenschancen vorenthalten würden, blieben auch Frieden und Sicherheit international gefährdet. „Da helfen auf Dauer keine Zäune und Mauern, so hoch und so lang sie auch sein mögen.“

Kritik an europäischer Export-Praxis

An dem Gottesdienst und einem anschließenden Festakt nahmen die rheinland-pfälzsische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und der Kardinal der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou, Philippe Nakellentuba Ouedraogo, teil. Dreyer kritisierte die Praxis des europäischen Exports von Milchpulver und anderer landwirtschaftlicher Produkten nach Afrika. Es gelte, davon Abstand zu nehmen, „dass wir Länder mit Produkten aus Europa überschwemmen, die auch noch subventioniert sind“. Zugleich appellierte Dreyer an die Verantwortung der Konsumenten, beim Einkaufen auf faire Handelsbedingungen zu achten: „Die Menschen müssen erkennen: Mein Verhalten hat Einfluss auf die Länder, wo die Güter angebaut werden.“

Misereor
Das 1958 gegründete Hilfswerk ist das weltweit größte kirchliche Entwicklungshilfswerk. Die traditionelle Misereor-Fastenaktion beginnt am Aschermittwoch und endet an Ostern. Im Mittelpunkt der Aktion steht jedes Jahr ein Land mit einem bestimmten Schwerpunkt. Mit Partnern in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika will Misereor Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Seit seiner Gründung brachte Misereor nach eigenen Angaben mehr als sieben Milliarden Euro für über 106.000 Projekte auf.

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