Mauritzer Franziskanerinnen prägten Arbeit in Hospitälern des Münsterlands

Ordensschwestern verlassen Krankenhaus in Stadtlohn

  • Schwester Answera und Schwester Bernardine werden am 13. Dezember in Stadtlohn verabschiedet.
  • Anerkennende Worte von Pfarrei und Krankenhausleitung.
  • Ordensgemeinschaft half bei der Gründung von Krankenhäusern im 19. Jahrhundert mit.
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Sie waren viele Jahrzehnte in der Krankenpflege tätig und standen unzähligen Patienten zur Seite: Mit Schwester Answera und Schwester Bernardine verlassen zwei gute Seelen aus der Ordensgemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen den Konvent am Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf.

Viele Jahre prägten die Ordensfrauen das Leben des Krankenhauses mit. „Das Wohl und die Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörige standen bei ihnen im Vordergrund. Unermüdlich war ihr Einsatz im Dienst am Nächsten“, heißt es aus der Pfarrei St. Otger.

Abschied nur im kleineren Rahmen

Im Rahmen eines Gottesdienstes am 13. Dezember um 11 Uhr in der St.-Otger-Kirche werden die beiden Ordensschwestern von Gemeinde und Krankenhaus verabschiedet. Leider könne die Verabschiedung wegen der Corona-Pandemie nur in einem kleineren Rahmen stattfinden, als den beiden Schwestern gebühre, teilt die Pfarrei mit.

Anerkennende Worte kommen auch von der Krankenhausleitung: Der unermüdliche Einsatz „im Konvent, im Krankenhaus, der Altenhilfe und weiteren Einrichtungen kann gar nicht groß genug gewürdigt werden“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Holger Winter stellvertretend für Betriebsleitung und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wer sind die beiden Schwestern?

Beide Schwestern traten 1962 in die Gemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen ein. 1965 bestand Schwester Answera ihr Examen als Krankenschwester. Die heute 79-Jährige war daraufhin neben dem Standort Stadtlohn auch im Vredener St.-Marien-Krankenhaus tätig, bevor sie 1982 wieder ins Stadtlohner Maria-Hilf zurückkehrte und dort bis heute auf Station 1 arbeitete, davon viele Jahre als Stationsleiterin. „Station 1 war meine Heimat“, hatte sie einmal gesagt. Nach ihrem Abschied in Stadtlohn wird Schwester Answera im St. Josefhaus in Lüdinghausen-Seppenrade wohnen.

Die 83-jährige Schwester Bernardine arbeitete nach dem Krankenpflege-Examen 22 Jahre in der Krankenhaus-Apotheke in Kamp-Lintfort. 1995 besuchte sie ein Seminar in Köln-Hohenlind für Kranken- und Altenseelsorge. Über Zwischenstationen in Datteln und Essen in einem Konvent, wo abhängigkeitskranke Ordensfrauen und Frauen im kirchlichen Dienst therapeutische Hilfe erfuhren, kam sie 2010 nach Stadtlohn, um dort in der Seelsorge zu arbeiten. Schwester Bernardine wird ins Mutterhaus nach Münster ziehen.

Erstes Krankenhaus in Stadtlohn 1865

Auch nach dem Weggang der beiden Ordensfrauen bleibt der Schwesternkonvent in Stadtlohn bestehen, der untrennbar mit der Geschichte des Krankenhauses verbunden ist. Ein Blick in die Gründungsgeschichte zeigt das: Als im November 1865 zunächst ein kleines Krankenhaus eröffnet wurde, erfolgte die Patientenbetreuung durch Ordensschwestern des heiligen Franziskus von St. Mauritz. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Schwestern lag zunächst in der ambulanten Pflege. Straßen und Wege waren damals sehr holprig und mit dem Fahrrad schlecht zu bewältigen, sodass die Schwestern oft stundenlang unterwegs waren, um kranke Menschen pflegen zu können.

Heute ist das Krankenhaus Maria-Hilf Teil des gemeinsamen Plankrankenhauses St.-Marien-Krankenhaus Ahaus-Stadtlohn-Vreden. Dazu gehören auch das St. Marien-Krankenhaus in Ahaus und das St.-Marien-Hospital in Vreden. Auch dort wirkten nach Gründung lange Zeit Ordensschwestern. Im 1858 gegründeten Ahauser St.-Marien-Krankenhaus ging im Oktober 2016 eine Ära zu Ende, als die letzten Mauritzer Franziskanerinnen den am Krankenhaus angeschlossenen Konvent verließen.

Konvent in Vreden löste sich 2019 auf

Der Schwesternkonvent am St.-Marien-Hospital in Vreden löste sich im Herbst 2019 auf. Damit endete dort eine 165-jährige Tradition von Krankenpflege und Krankenseelsorge durch die Mauritzer Franziskanerinnen.

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