Apostolisches Schreiben zum Ende des Heiligen Jahres

Papst Franziskus erleichtert Vergebung von Abtreibungen

Papst Franziskus ermöglicht Frauen, die abgetrieben haben, auch nach Ende des Jahrs der Barmherzigkeit die Sündenvergebung. Mit dem Apostolischen Schreiben „ Misericordia et misera“, das der Papst zum Ende des Heiligen Jahrs veröffentlichte, gewährt Franziskus Priestern die Möglichkeit, Frauen und Ärzten nach einer Abtreibung die Absolution zu erteilen, wenn sie reumütig darum bitten.

Die für das Heilige Jahr geltende Ausnahme werde „unbeachtet gegenteiliger Bestimmungen ausgedehnt“, schreibt Franziskus. Zwar sei Abtreibung eine „schwere Sünde“. Es gebe jedoch keine Sünde, die durch die Barmherzigkeit Gottes nicht „erreicht und vernichtet werden kann, wenn diese ein reuevolles Herz findet“.

Papst: Abtreibung ist zur Gewohnheit geworden

Noch am Abend vor der Veröffentlichung des Schreibens hatte der Papst in einem Interview des italienischen Senders TV-2000 Abtreibung als „grauenhaftes Verbrechen“ bezeichnet. Es sei zu einer „Gewohnheit“ geworden, „Babys vor ihrer Geburt zu entfernen“, sagte Franziskus. Ungeborene Kinder würden abgetrieben, „weil es einfacher ist“. Das sei eine „sehr schwerwiegende Sünde“.

In den meisten Ländern war es bisher besonders beauftragten Beichtvätern vorbehalten, das Mitwirken an einer Abtreibung zu vergeben und die damit verbundene Exkommunikation aufzuheben. In Deutschland hatte aber bereits jeder Priester die Kompetenz, Abtreibungen zu vergeben.

„Welttag der Armen“

Der Papst verfügt weiter, dass die für das Heilige Jahr als besondere Beichtväter beauftragten „Missionare der Barmherzigkeit“ ihre Vollmachten behalten. Auch soll es weiter erlaubt sein, bei Priestern der traditionalistischen Piusbruderschaft zu beichten. Den vorletzten Sonntag des Kirchenjahrs macht der Papst zum „Welttag der Armen“.