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Pastoralreferent:innen im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Pastoralreferent in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr Kaczikowski?

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Als Seelsorgende prägen sie mit den Priestern die hauptamtliche Pastoral in den Gemeinden: Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Und auch sie bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir rund ein Dutzend von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert "Kirche-und-Leben.de" in dieser Woche, bevor am Sonntag 24 neue Seelsorgende von Bischof Felix Genn für ihren Dienst beauftragt werden. Diesmal: Kai Kaczikowski aus Dorsten.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch:
Kai Kaczikowski ist Pastoralreferent und Schulseelsorger am St. Ursula Gymnasium in Dorsten. | Foto: privat
Kai Kaczikowski ist Pastoralreferent und Schulseelsorger am St. Ursula Gymnasium in Dorsten. | Foto: privat

Zugegeben, zurzeit ist es wirklich nicht einfach für die Katholische Kirche zu arbeiten. Die meiste Kritik ist leider auch berechtigt! Schon oft habe ich in Gesprächen zugegeben, dass ich auch manchmal Frust auf die Kirche habe! In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es auch niemandem mehr, der nicht eine lange Liste an Versäumnissen und Unfähigkeiten aufzählen könnte.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Pastoralreferent zu sein?

Aber, trotz allem, liebe ich meinen Beruf noch wie in den ersten Jahren, als die kirchliche Stimmung noch nicht ganz so schlimm war. Ich habe als Pastoralreferent vor Ort viele Freiheiten und kann in der Pfarrgemeinde St. Paulus und als Schulseelsorger am St. Ursula Gymnasium ein lebendiges und kreatives Zeugnis vom Glauben und von einer Kirche „am Puls der Zeit“ geben. Gerade in unserem Stadtteil Hervest sind wir in einem großen Netzwerk mit vielen Institutionen und Akteuren verbunden und können vielen Menschen, vor allem Kindern und Jugendlichen, Gutes tun! So gestalten wir den Sozialraum aus unserem christlichen Glauben heraus aktiv mit!

Was macht Ihnen Hoffnung?

Ich finde es bewundernswert, dass sich heute junge Menschen für einen kirchlichen Beruf entscheiden. Niemand weiß ja, wie die Gemeinden vor Ort und die Kirche insgesamt in 20-30 Jahren aussehen werden. Aber, es wird immer, wenn auch in kleiner Zahl, Haupt- und Ehrenamtliche geben, die sich von Gott berühren lassen. Menschen, die Gottesdienste feiern werden, die sich aus dem christlichen Glauben heraus engagieren und die versuchen den Spuren Jesu zu folgen. Gläubige, die Zeugnis davon ablegen, dass es noch mehr als das Sicht- und Beweisbare gibt. Ein früherer Slogan einer deutschen Fluggesellschaft hat es einmal so formuliert: „Wir halten den Himmel offen!“ Ich denke, dass passt auch wunderbar zu meinem Berufsverständnis und Auftrag!

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