Nach zehn Jahren in Bakum wechselt Seelsorger nach Wettringen

Pfarrer Schmedes aus Bakum will zurück zu seiner Clique

Warum nur geht er? Bernhard Schmedes fühlt sich in St. Johannes Bakum wohl, er lobt die Gemeinde für ihren Einsatz und ihr Profil. Was kann sich ein Pfarrer mehr wünschen? Warum will er weg, warum hat er nach zehn Jahren Bakum in diesen Tagen verlassen, um ins Münsterland zu ziehen und Pfarrer in Wettringen zu werden? Aus einem einzigen Grund: „Ich will näher bei meiner Clique sein.“

Die Clique – das sind drei Männer, mit denen Schmedes 1994 dann zum Priester geweiht wurde. Männer, die zu Freunden wurden, die gemeinsam die Kirche gestalten wollten. „Wir haben uns im Studium darüber die Köpfe heiß geredet“, erinnert er sich.

Seine Freunde haben Schmedes oft geholfen

Die Beziehung blieb eng, auch das Bemühen, die Kirche gestalten zu wollen. Noch heute trifft sich Bernhard Schmedes alle zwei oder drei Wochen mit seinen Freunden und spricht über Gott und Glauben. Dem Pfarrer geht es nicht nur um Austausch. Nachdenklich sagt er: „Es sind nicht meine einzigen Freunde. Aber wie oft haben gerade sie mich in schwierigen Zeiten gehalten!“

Diese Freunde haben in Oldenburger Land gearbeitet, leben jetzt aber im Münsterland. Deshalb will Bernhard Schmedes dorthin. Selbst wenn der Kontakt über das Internet ohnehin eng ist.

Bakum ist nicht der Grund für den Wechsel

An Bakum hat es also nicht gelegen. Vielmehr hat Schmedes hier immer sehr gerne gearbeitet. „Als Priester ganz selbstverständlich zwischen den Menschen zu sein – das geht hier auf dem Land einfach besser als in der Stadt.“

Die Kirche und mit ihr der Pastor gehören nach seinem Eindruck noch „grundsätzlich zum Leben der Menschen“. Keine Frage, dass Schmedes zu Bauerschaftsfesten ebenso eingeladen wurde wie zur Jahreshauptversammlung des Fischereivereins. Und die Pfarrgemeinde beschreibt er als „ganz bunt“ mit „unendlich vielen engagierten Leuten“.

Die Glaubenskrise merkt man auch in Bakum

Der Pfarrer hat dabei nicht den Blick verloren für Probleme der deutschen Kirche. Er sagt sogar: „Wir stehen in einer echten Glaubenskrise, wo Glaubenswissen verdunstet.“ Selbst in Bakum habe er das gemerkt, in der Vorbereitung auf die Erstkommunion etwa.

Für ihn ist die Rolle eines Priesters da ganz klar: entschieden auftreten. Denn nur Entschiedenheit helfe in einer Krise, glaubt Schmedes. Als Priester könne man ins „innere Exil“ gehen, sich „diplomatisch zurückziehen“. Alles falsch, glaubt er. Gerade jetzt werde einem Priester „Klarheit und Entschiedenheit“ abverlangt.

Schmedes: Den Menschen fehlt das Glaubenswissen

Zum Beispiel bei einer Frage, die Schmedes für zentral hält in der Gesellschaft: das menschliche Leben. „Wann fängt es an, wann hört es auf?“ Antworten darauf bräuchten Orientierung und Wissen, auch „Glaubenswissen“. Daran fehle es heute allerdings oft. Deshalb arbeitet Schmedes auch in der Karl-Leisner-Jugend mit, einem Verband von Priestern im Bistum Münster, der sich der jugendgemäßen Vermittlung von Glaubenswissen verschrieben hat.

Krisen in der Kirche gebe es, klar. Aber für den Pfarrer „kein Grund zu verzweifeln“. Denn eines begeistere ihn immer wieder neu: „Da versammeln sich in jeder Gemeinde regelmäßig Menschen im Namen Jesu um den Altar, über alle Gruppen und Grenzen hinweg. Wer bekommt das heute noch hin? Wo Menschen vereinzeln und sich in Gruppen aufspalten?“ Für ihn „geradezu genial“.

„Das Leben als Priester mach einfach Spaß“

Deshalb sagt Schmedes auch: „Priester sein macht mir Spaß, es ist einfach ein toller Job.“ Mit dieser Begeisterung wolle er nun ins Münsterland gehen. und in St. Petronilla Wettringen neu beginnnen. Einer Gemeinde, die ähnlich groß ist wie Bakum - aber näher bei seinen Freunden.