Gottesdienst, alkoholfreies Fastenbier und Informationen

Pirmin Spiegel eröffnet Misereor-Fastenaktion in Recklinghausen

Unter dem Motto „Mach was draus – sei Zukunft!“ ist die Misereor-Fastenaktion in der Liebfrauenkirche Recklinghausen gestartet. Dabei waren Erika Torres aus El Salvador, Misereor-Haupt­geschäftsführer Pirmin Spiegel und Weihbischof em. Dieter Geerlings.

Als Erika Torres an das Mikrofon der Liebfrauenkirche tritt, hören die Gottesdienstbesucher gebannt zu. Die junge Frau aus El Salvador spricht Spanisch, daher wechselt sie sich mit einer Übersetzerin ab. Aber die Leidenschaft und Eindringlichkeit, mit der sie redet, versteht jeder auch ohne Übersetzung. „Alle reden hier über Gewalt, Mord und Korruption in El Salvador, aber niemand über die Potenziale der Menschen. Davon möchte ich Ihnen berichten“, erklärt sie.

„Viel Solidarität“ in El Salvador

Erika Torres ist ebenso wie Prälat Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Misereor, nach Recklinghausen gekommen, um die diesjährige Fastenaktion zu eröffnen. Diese steht unter dem Motto „Mach was draus: Sei Zukunft!“ und widmet sich insbesondere Jugendlichen aus El Salvador. Torres ist Sozialarbeiterin bei der lateinamerikanischen Partnerorganisation von Misereor, Fundasal. Trotz der vielen Einschränkungen, mit denen die Menschen in ihrer Heimat kämpfen müssen, „haben sie die Bereitschaft, ihre Lebenssituation zu verbessern, kreativ zu sein“, betont sie. „Es gibt viel Solidarität, Familien tun sich zusammen, um aus den Ruinen der Vergangenheit eine neue Zukunft aufzubauen.“

Durch die Unterstützung von Misereor werde der Zusammenhalt gefördert und ein soziales Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen. „So entsteht eine aktive Teilhabe der Bevölkerung und auch der Jugendlichen, die zu Protagonisten werden, die etwas verändern“, berichtet Torres.

Oscar Romero vor genau 39 Jahren erschossen

Der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings, der den Gottesdienst gemeinsam mit Spiegel und Pfarrer Oliver Paschke feiert, ist spürbar beeindruckt: „Das hat meine Sichtweise sehr erweitert“, sagt er. „Es gibt Potenziale, wir müssen sie wecken und entdecken, damit wir sie füreinander einsetzen können. Das gilt nicht nur für die Menschen in El Salvador, das gilt auch für uns.“

Spiegel erinnert an den ehemaligen Erzbischof von El Salvador, Oscar Romero, der auf den Tag genau vor 39 Jahren erschossen wurde, während er einen Gottesdienst feierte. „Er war auf der Seite der Armen; derer, die nicht dazu gehören und die nur eine Mahlzeit am Tag haben. Aus ihrer Perspektive hat er gepredigt und eine Umkehr des Landes gefordert“, sagt Spiegel.

Hälfte der Kollekte geht nach Afrika

Das Misereor-Fastenmotto erinnere daran, dass die Menschen einen Weg für die Zukunft aller finden müssten. „Gott braucht unser Wirken“, sagt er eindringlich. „Wir alle leben in einer einzigen Welt, die Gott geschaffen hat. Machen wir etwas daraus, damit alle Menschen in Fülle leben können.“

Ein Zeichen wird bereits bei der Kollekte gesetzt. Spontan haben sich Pfarrer Paschke und
Spiegel verständigt, dass die Hälfte der freiwilligen Spenden an Fundasal gehen, die andere Hälfte an die Opfer des verheerenden Wirbelsturms im südlichen Afrika, der hunderttausende Menschen um ihre Existenz gebracht hat. Misereor leistet dort Soforthilfe, wird aber auch langfristig zum Beispiel mit Saatgut helfen, wie Spiegel in Recklinghausen betonte.

Ehrennadel für Maria Voß

Stellvertretend für das Engagement aller Spender bedankt er sich schließlich bei Maria Voß. Für ihr langjähriges Misereor-Engagement zeichnet Spiegel sie mit einer silbernen Ehrennadel aus.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten die Besucher die Möglichkeit, sich an zahlreichen Ständen in und vor der Kirche über Misereor, Eine-Welt-Initiativen und Ideen für die Zukunft zu informieren. Dazu hatten sich auch zahlreiche Schüler aus Recklinghausen Gedanken gemacht und ihre Ergebnisse präsentiert. Dazu gab es unter anderem alkoholfreies Fastenbier und Suppe.