Kurienkardinal Becciu ruft zu Einheit und Gehorsam auf

Rückenstärkung für Papst Franziskus von Europas Bischöfen

Kardinal Giovanni Angelo Becciu (70) hat die Kirche zu Einheit und Gehorsam gegenüber Papst Franziskus aufgerufen. „Vom Papst empfängt man all seine Anweisungen, Hinweise und Worte und nimmt sie an“, sagte der Kurienkardinal dem vatikanischen Nachrichtenportal „Vatican News“. „Wenn wir also vereint mit dem Papst sind, dann wird die Kirche gerettet. Wenn wir hingegen Spaltungen schaffen, nun ja, dann riskiert die Kirche schwere Konsequenzen“, so der neue Chef der vatikanischen Heiligsprechungskongregation.

Papst Franziskus ist wegen der kirchlichen Missbrauchsskandale in vielen Ländern derzeit Attacken seiner Gegner ausgesetzt. Der frühere Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, hatte Franziskus öffentlich zum Rücktritt aufgefordert.

Versuch der Kirchenspaltung verurteilt

Neben Becciu stärkte auch die EU-Bischofskommission COMECE dem Papst den Rücken. „Angesichts der ernsthaften Angriffe auf die Kirche und den Heiligen Vater bekräftigt die COMECE ihre Unterstützung, ihre Treue und ihr Vertrauen gegenüber Papst Franziskus“, erklärte COMECE-Präsident Erzbischof Jean-Claude Hollerich am Freitag in Brüssel.

Man verurteile Versuche, „die Kirche Christi zu spalten“, und rufe alle Menschen guten Willens auf, „für die Entwicklung einer Welt der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Friedens zu arbeiten“, so der Luxemburger Erzbischof.

Weitere Bischofskonferenzen melden sich

Auch die Bischofskonferenzen von Spanien, Argentinien, Peru und Paraguay stellten sich in den vergangenen Tagen mit Briefen hinter den Papst, berichtete das Internetportal „Vatican News“ am Freitag. Die argentinische Bischofskonferenz nannte das elfseitige Schreiben, in dem Ex-Nuntius Viganò dem Franziskus vorwirft, Missbrauch durch den Washingtoner Kardinal Theodore McCarrick gedeckt zu haben, laut „Vatican News“ einen „rücksichtslosen Angriff“.

Sie warf dem italienischen Vatikandiplomaten vor, sich in seinem Vorgehen von „engherzigen weltlichen Interessen“ leiten zu lassen. Auch der lateinamerikanische Bischofsrat Celam versicherte Franziskus „Treue, Nähe und Zusammenarbeit“, damit „die Wahrheit über alle Sünden“ zu ihrem Recht komme.

Die peruanischen Bischöfe erklärten, der „Wunsch, die Kirche und ihren Dienst zu destabilisieren“ sei das Motiv für die Rücktrittsforderung des Ex-Nuntius. Während der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, dem Papst laut „Vatican News“ seine Solidarität versicherte, bekundeten andere Oberhirten der USA Vertrauen in die Integrität Viganòs.