Portal veröffentlicht Entwurf der Kurienreform

So könnte die Kurie im Vatikan künftig arbeiten

Ein Entwurf der von Papst Franziskus geplanten neuen Verfassung für den Vatikan ist in Teilen bekannt geworden. Das US-Internetportal „National Catholic Register“ veröffentlichte Auszüge aus dem Entwurf, der derzeit den Bischofskonferenzen weltweit zur Stellungnahme zugesandt ist.

Gemäß Entwurf sollen in der Kurie als zentralem Leitungsorgan der Kirche künftig mehr Laien arbeiten. Zudem gebe es eine Verlagerung von Kompetenzen an die Bischofskonferenzen. Dieser Impuls zur Dezentralisierung verändere auch die Beziehungen zwischen Bischöfen, Kurie und dem Papst.

Glaubenskongregation verliert an Macht

Laut dem veröffentlichten Entwurf der Verfassung mit dem Titel „Praedicate Evangelium“ wird die herausgehobene Stellung der einstigen Inquisitionsbehörde relativiert. Künftig werde die Glaubenskongregation „Dikasterium für die Glaubenslehre“ benannt. Ihr vorangestellt wird ein „Dikasterium für die Evangelisierung“, das die Verkündigung der christlichen Botschaft in allen Teilen der Erde fördern soll.

In der alten Kurienverfassung von 1988 gab es neun „Kongregationen“ und elf, später zwölf „Päpstliche Räte“. Gemäß der neuen Verfassung soll es insgesamt nur noch 15 „Dikasterien“ geben. Das vatikanische Staatssekretariat als zentrales Instrument des Papstes bleibt erhalten; dazu gehört weiterhin auch das Außenministerium des Heiligen Stuhls.

Mehr Verkündigung und Caritas, weniger Lehre

Insgesamt betone der Entwurf der Kurienverfassung stärker das verkündigende und karitative Element der Kirche als das der Lehre, heißt es im Bericht des „Register“. In der Kurie und dem Vatikanstaat arbeiten rund 2.500 Menschen; ein Großteil von ihnen Kleriker.