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Ausstellung und Veranstaltungen in Gronau-Epe

Starke Geschichten von Frauen für Frauen - das Projekt „Mutmach-Kalender“

  • Ein „Mutmach-Kalender“ von Frauen für Frauen ist in Gronau entstanden.
  • Es geht um Heldenhaftes, was Frauen im Verborgenen alltäglich leisten.
  • Aktuell sind die Bilder und Geschichten in der St.-Agatha-Kirche in Gronau-Epe zu sehen.
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Mal geht es um eine junge Frau, die vor 17 Jahren als Frühchen mit 500 Gramm auf die Welt kam, kaum Überlebenschancen hatte, sich aber bis heute tapfer ins Leben gekämpft hat. Mal geht es um eine Frau, die Gewalt in der Ehe erfahren musste, mit nichts als ihren drei Kindern floh und, getragen durch ihren Glauben, ein neues Leben begonnen hat. Mal geht es um eine geflüchtete Frau, die traumatisiert nach Deutschland kam und keinen Lebenswillen mehr hatte, heute die große Liebe und zwei gesunde Kinder an ihrer Seite hat.

Heldinnen des Alltags

Insgesamt sind es zwölf Geschichten, die Mut machen. Sie zeigen, dass man es schaffen kann, selbst aus der ausweglosesten Situation wieder in ein gutes Leben zurückzufinden. Großformatige Bilder der Frauen und einige Lebensgeschichten sind in der Fastenzeit in der St.-Agatha-Kirche in Gronau-Epe zu sehen.

Frauen, die anderen Frauen Mut machen: Für ihren „Mutmach-Kalender“ suchten Silke Uelsmann vom Caritasverband Ahaus-Vreden und Ulrike Terhaar vom Sozialdienst katholischer Frauen Heldinnen des Alltags aus Gronau. Frauen, die schwierige, manchmal auch existenzielle Lebenserfahrungen gemacht und gemeis­tert haben.

Herzensangelegenheit für Fotografin

Sie sollten darüber erzählen und sich passend zu ihrer Geschichte fotografieren lassen. Im Zuge der Suche nach diesen starken Frauen meldete sich die Fotografin Hiske van Keulen aus Bad Bentheim, um sich als Fotografin anzubieten und gleichzeitig mit ihrer eigenen Geschichte am Kalender teilzunehmen.

Daraufhin entstand die Idee, die Bilder zusätzlich auszustellen und eine Wanderausstellung für das ganze Jahr 2022 zu planen. Hiske van Keulen erklärt zum Projekt: „Ich habe mich in meiner Arbeit als Fotografin und Künstlerin immer schon besonders gerne mit Menschen beschäftigt, die mit seelischen und körperlichen Handicaps leben müssen. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, dieses Projekt zu begleiten.“

Christiane Hölscher, Pastoralreferentin in St. Agatha, freut sich über die Chance, auf diejenigen aufmerksam machen zu können, die Ungeheures leisten – „und das fernab der Öffentlichkeit im Verborgenen. Die Heldinnengeschichten stehen stellvertretend für die vielen Frauen, die Tag für Tag Heldenhaftes in ihrem Alltag leisten.“ Diesen Frauen werde durch die Initiative von Silke Uelsmann und Ulrike Terhaar Aufmerksamkeit zuteil. St. Agatha in Epe öffnet die Türen für die Ausstellung in der Fastenzeit täglich von 9 bis 18 Uhr und gleicht das Thema der Fastenzeit dem Kalender-Thema an.

Gottesdienste, Gespräche, Kalender

So gab es bereits einen Gesprächsabend in der St.-Agatha-Kirche, an dem Interessierte zunächst die Ausstellung besuchen konnten und anschließend die Möglichkeit hatten, mit einigen der starken Frauen ins Gespräch zu kommen. Des Weiteren wird es am 2. und 3. April Gottesdienste zur Ausstellung geben.

Der Kalenderverkauf während der gesamten Zeit erfolgt bei „Lidys Boutique“ und der Volksbank in Epe sowie nach den Gottesdiensten. Der Kalender kostet 15 Euro. Der Erlös ist für die „Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebenssituationen“ gedacht. Um Unterstützung geht es auch in der Beratungsstelle im St.-Elisabeth-Haus der Beratung in Gronau.

Silke Uelsmann von der Gemeindecaritas und Ulrike Terhaar von der Schwangerschaftsberatung und Familienpatenkoordination des SkF begegnen alltäglich Frauen, die viele Sorgen und Probleme haben. Die beiden Mitarbeiterinnen leisten gemeinsam Hilfe, bei der die Angebote des Caritasverbandes und des SkF ineinandergreifen. Trotzdem sind manchmal die Sorgen für die Frauen beinahe erdrückend.

„Häufig fragen wir uns, wie unsere Klientinnen diese schweren Lebensumstände aushalten oder sogar meistern und zur Verbesserung führen“, erklärt Silke Uelsmann.

Sich dem Leben stellen

Die Frauen tun das ohne Aufhebens, ohne einen Blog darüber zu schreiben oder es irgendwo zu posten, ohne eine Auszeichnung dafür zu bekommen. „Oft schon hatten wir den Gedanken, diesen Heldinnen des Alltags vielleicht nicht gleich ein Denkmal zu setzen, aber doch darauf aufmerksam zu machen, was tagtäglich von Müttern und Frauen geleistet wird“, erläutert Uelsmann. Viele persönliche Schicksale aus ihrer Arbeit haben sie erfahren lassen, wie entschlossen und ausdauernd sich diese Frauen in Krisen, bei Schicksalsschlägen und Krankheiten immer wieder aufrichten, die Situation mit Kraft und Mut angehen und sich dem Leben stellen.

„Mit unserem ‚Mutmach-Kalender‘ ist es nun so weit. Wir stellen einige der ‚starken Frauen‘ aus Gronau vor, die sich nicht unterkriegen lassen und auch in Krisenzeiten jeden Tag mit neuer Kraft begonnen haben und beginnen“, berichtet Ulrike Terhaar.

Nach Ostern ist die Bilder-Ausstellung in der Familienbildungsstätte Gronau, Laubstiege 15, zu sehen.

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