Pfarrei in Landau stellt Hinweistafel auf

Trotz Fehlverhaltens: Kardinal-Wetter-Platz behält seinen Namen

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Das Münchner Missbrauchsgutachten wirft Kardinal Friedrich Wetter schweres Fehlverhalten im Umgang mit 21 Fällen vor. In Landau behält nun ein Platz seinen Namen, doch das Versagen soll benannt werden.

Der Kardinal-Wetter-Platz vor der Marienkirche im rheinland-pfälzischen Landau behält seinen Namen. Zugleich entschied die Pfarrei, auf einer Hinweistafel „Verdienste und Versagen“ von Friedrich Wetter im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu benennen. Der Kirchen-Vorplatz in der Landauer Innenstadt ist postalisch ohne Bedeutung, weil niemand eine solche Adresse hat.

Die Entscheidung der Pfarrei fiel in Abstimmung mit dem Betroffenenbeirat im Bistum Speyer. Dessen Vorsitzender Bernd Held sagte, wenn der Name verschwinden würde, verschwänden auch die Taten; damit gehe das Gedenken an die Opfer verloren. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann dankte für eine „sensible und verantwortungsvolle Entscheidung“, wie das Bistum jetzt mitteilte.

Wetter gibt Ehrenbürgerschaft zurück

Im Münchner Missbrauchsgutachten war dem früheren Speyerer Bischof Wetter Fehlverhalten im Umgang mit 21 Fällen vorgehalten worden. Wetter war vor seinem Wechsel nach München Bischof in Speyer. Der inzwischen 95-Jährige übernahm Verantwortung für Missbrauchsfälle und räumte ein, sich vor 2010 nicht eingehend mit den fatalen Folgen von Missbrauchstaten für Kinder und Jugendliche auseinandergesetzt zu haben. Die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Landau gab Wetter zurück.