Kirche+Leben Lexikon

Was sind Trappisten?

Die Trappisten gelten neben den Kartäusern als der strengste Orden in der katholischen Kirche. Sie leben nach der Regel des heiligen Benedikt (ca. 480-547). Er gründete die erste benediktinische Gemeinschaft, aus der sich die Benediktiner entwickelt haben. In Frankreich nahm Mitte des 11. Jahrhunderts eine Reformbewegung innerhalb der benediktinischen Klöster ihren Anfang, die sich zunächst um Robert von Molesme entwickelte.

Dieser Abt gründete mit einigen Eremiten im Jahr 1075 die Abtei Moslesme, um in Einfachheit und Einsamkeit dem ursprünglichen Ideal des Mönchtums nachzugehen. Im Frühjahr 1098 jedoch zogen sie in die Einöde von Cîteaux (lateinisch „Cistercium“ - daher der Name „Zisterzienser“). Einer der bekanntesten Zisterzienser war Bernhard von Clairvaux (1090-1153).

Die zweite Reform

Um das Jahr 1600 gab es Bestrebungen im Zisterzienserorden, erneut zu den ursprünglichen Idealen zurückzukehren. Daraus entstand die so genannte „Observanz“-Bewegung, ausgehend von der westlich von Paris gelegenen französischen Abtei La Trappe, und ihrem Abt Jean-Armand de Rancé. Von diesem Ort leitet sich der gängige Begriff „Trappisten“ ab. Als sein Kloster während der Französischen Revolution aufgehoben wurde, flüchteten die Mönche und gründeten mehr oder weniger offiziell zwischen Russland und Amerika neue Gemeinschaften der „Zisterzienser von der strengen Observanz“, wie die Trappisten offiziell genannt werden.

Papst Leo XIII. trennte diesen Orden 1892 formell von den Zisterziensern ab. Weltweit gehören ihm heute rund 170 Klöster mit rund 4000 Mönchen und Nonnen an. In Deutschland existieren neben der Abtei Mariawald, deren Schließung im Januar 2017 vom Vatikan beschlossen wurde, noch zwei Trappistinnen-Klöster: Die von Mariawald aus gegründete Abtei Maria Frieden in Dahlem (Kreis Euskirchen) und das Kloster Gethsemani in Dannenfels bei Worms.