Heute ist Weltgebetstag der Frauen

Weltgebetstag: Beten Frauen anders?

Für eine gerechtere Welt beten am heutigen Freitag Frauen in 120 Ländern – auch in den Regionen des Bistums Münster. Mit drei von ihnen haben wir gesprochen: über Ökumene, über das Beispielland Surinam und darüber, ob Frauen anders beten.

Irmgard Eichfeld (58) aus Bakum

Irmgard Eichfeld (58) aus Bakum. | Foto: Michael Rottmann
Irmgard Eichfeld (58) aus Bakum. | Foto: Michael Rottmann

In Bakum findet der ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen in der katholischen St.-Johannes-Kirche statt. Irmgard Eichfeld engagiert sich seit gut zehn Jahren für den Weltgebetstag. „Ich habe den Eindruck, dass Frauen schon anders beten“, sagt die 58-Jährige. „Vielleicht hängt es damit zusammen, dass sie mit einer größeren Offenheit auf Dinge zugehen, vielleicht eher als Männer bereit sind, sich als Teil des großen Projekts Weltgebetstag zu fühlen.“

Ein „besonderes Gefühl“ sei es, dass Frauen weltweit am selben Tag für eine gemeinsame Sache beten. Dabei findet sie es spannend, dass jedes Jahr ein anderes Land im Mittelpunkt des Gebetstags steht und diesen vorbereitet. „Wie leben die Frauen in anderen Ländern? Was beschäftigt sie?“ Das spielt auch für die Frauen bei der Vorbereitung ihres Gottesdienstes in Bakum eine Rolle.

Ursula Kahmann (78) aus Xanten

Ursula Kahmann (78) aus Xanten. | Foto: Jürgen Kappel
Ursula Kahmann (78) aus Xanten. | Foto: Jürgen Kappel

Seit 20 Jahren bereitet Ursula Kahmann den Weltgebetstag der Frauen in Xanten mit vor. Im letzten Jahr nahmen 160 Frauen an dem ökumenischen Gottesdienst teil. „Das Thema verbindet die evangelischen und die katholischen Frauen“, meint die Protestantin.

Sie ist begeistert von der harmonischen Atmosphäre im Vorbereitungsteam, „die das Gebet während des Gottesdienstes intensiv unterstützt“. Ob Frauen anders beten als Männer? „Ja, sie sind mit ihren Gedanken intensiver dabei“, sagt Ursula Kahmann.

Marie Terhaar (62) aus Ahaus-Alstätte

Marie Terhaar (62) aus Ahaus-Alstätte. | Foto: Anne Lösing
Marie Terhaar (62) aus Ahaus-Alstätte. | Foto: Anne Lösing

Mit zwei Chören feiern die Frauen der Ahauser Ortsteile Alstätte und Ottenstein gemeinsam den Gottesdienst zum Weltgebetstag. Marie Terhaar ist seit 23 Jahren im Organisationsteam. Sie wünscht sich mehr ökumenische Feiern – über diesen Gottesdienst hinaus. „Wir haben doch alle irgendwo das gleiche Anliegen“, betonte sie.

Den Weltgebetstag empfindet sie als gemeinschaftsstiftend, weil die Frauen aus beiden Ortsteilen den Gottesdienst gemeinsam vorbereiten. Dabei bewegt sie es sehr, „dass überall auf der Welt der gleiche Gottesdienst den ganzen Tag, zu verschieden Uhrzeiten und auf verschiedenen Sprache stattfindet“.

Der Weltgebetstag der Frauen
Jedes Jahr am ersten Freitag im März beten christliche Frauen unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam. In mehr als 120 Ländern wird dann mit ökumenischen Gottesdiensten der Weltgebetstag der Frauen gefeiert, in diesem Jahr am 2. März. Die Liturgie kommt jedes Jahr aus einem anderen Land: 2018 aus dem südamerikanischen Surinam unter dem Bibelwort „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ (Gen 1,1-2,3).
Christlicher Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören nach Angaben der Organisatorinnen beim Weltgebetstag untrennbar zusammen. Sichtbares Zeichen sind etwa die Kollekten aus den Gottesdiensten. 2017 kamen in Deutschland Spenden und Kollekten in Höhe von über 2,8 Millionen Euro für Hilfsprojekte zusammen. Damals entwarfen Christinnen auf den Philippinen die Texte und Lieder. | KNA