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Festwoche im August lockt Tausende in die Kreisstadt

Weltweit einzigartig: So feiert Warendorf das Fest Mariä Himmelfahrt

  • Keine Marienbögen, keine illuminierte Altstadt, keine Stadtprozession: Wie schon im letzten Jahr wird die traditionelle Festwoche Mariä Himmelfahrt in Warendorf Corona-bedingt auch 2021 „etwas kleiner“ ausfallen.
  • Die Marienverehrung in der Stadt aber bleibt: Frauen legen beispielsweise einen Blumenteppich aus Tausenden von Blüten.
  • Alle Warendorfer sind eingeladen, kleine gemalte Steine der Hoffnung zum Blumenteppich hinzuzulegen.
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Für die Festwoche Mariä Himmelfahrt in Warendorf wird ein engagiertes Frauen-Team aus vielen Blüten einen Blumenteppich an der Marien-Kirche legen und so ihre Marienverehrung ausdrücken. Das kirchliche Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August ist das traditionsreiche Warendorfer Heimatfest.

Weltweit einzigartig, wie es in Warendorf heißt, finden dort die christliche Tradition der Marienverehrung, die Mariä-Himmelfahrt-Kirmes und das Bürgerschützenfest zusammen. Höhepunkte der volksnahen Marienverehrung sind die Prozession und die feierliche Illumination der neun Marienbögen in der Altstadt, die allerdings auch im zweiten Corona-Jahr 2021 nicht stattfinden können.

Blumenschmuck zur Marienverehrung

Frauen legen die Blumenteppiche kurz vor dem Hochfest.
Frauen legen die Blumenteppiche kurz vor dem Hochfest. Hier ein Bild aus den letzten Jahren. | Foto: privat

Dass Prozession und Marienbögen nicht möglich sind, finden die Frauen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten Jahr für Jahr einen Blumenteppich legen, schade, doch das soll den Inhalt des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel nicht trüben.

„Die Marienverehrung hat bei uns einfach Tradition, die wir 2021 fortführen“, sagt Ina Brunemann-Keuter. Seit 45 Jahren ist sie mit Begeisterung dabei, wenn aus Tausenden von Blüten auf einer Fläche von 25 Quadratmetern Motive mit Symbolcharakter gelegt werden. Eingestiegen in das Team ist sie als junge Erzieherin im Kindergarten der Gemeinde.

Lieblingsrose aus dem Garten

In diesem Jahr wird das Thema „Gemeinschaft“ versinnbildlicht. Die Verantwortlichen um Ina Brunemann-Keuter, Agnes Ossege, Reinhild Schulze Roberg und Gabi Berheide können sich auf viel Unterstützung verlassen, denn jeder Warendorfer kann seine ganz persönliche Blume beilegen. „Der eine überreicht uns seine Lieblingsrose aus dem Garten, der andere kauft einen Blumenstrauß und schenkt ihn uns für unsere Arbeit“, sagt Brunemann-Keuter.

Wie Reinhild Schulze Roberg erwähnt, legen so manche Familien eigens Blumenbeete für den Blumenteppich an. „Und gelegentlich dürfen wir in einen Garten gehen, um uns Blüten auszusuchen.“ Die frischen Blumen werden für den 13. August benötigt, um Punkt 9 Uhr legen die Frauen mit ihrer Arbeit los.

Selbstgemalte Steine als Hoffnungszeichen

Marien-Figur.
Zum Fest Mariä Himmelfahrt wird auch Ina Brunemann-Keuter ihre Marien-Figur in das Wohnzimmerfenster stellen, damit Passanten diese betrachten können. | Foto: Johannes Bernard

Alle Warendorfer sind eingeladen, in den Tagen vor Mariä Himmelfahrt einen selbstbemalten Stein zum Blumenteppich zu bringen. Auf den Stein soll ein Symbol, das Gemeinschaft, Hoffnung, Mut oder Vertrauen ausdrückt, gemalt werden. „Wer keinen eigenen Stein zum Bemalen parat hat, kann einen Stein aus den Warendorfer Kirchen mitnehmen, die dort ausgelegt sind“, sagt Brunemann-Keuter.

Der Blumenteppich wird mit Texten erklärt. Im vergangenen Jahr hatten Mitglieder des Pfarreirats mit der Pastoralreferentin Stefanie Schnucklake das Blumen-Thema „Bewahrung der Schöpfung“ mit geistlichen Texten ergänzt.

Küster legt Hochbeet an

Ein ansprechendes neues Projekt zur Marien-Festwoche sei im letzten Jahr vor der Laurentius-Kirche entstanden, sagt Schulze Roberg: „Da ja auch letztes Jahr die große Stadtprozession ausfallen musste, hat der Küster und gelernte Schreiner Reinhard Schalkamp spontan ein Hochbeet gebaut, das die Glorreiche Jungfrau von Warendorf darstellte. Das Motiv wurde mit Kräutern bepflanzt. Das war ein tolle Idee.“

Auf die vielen Gottesdienste in den Warendorfer Kirchen St. Marien, St. Josef und St. Laurentius freuen sich die Frauen vom Blumenteppich-Team. „Wir verehren in besonderer Weise Maria. Das tun wir, auch wenn der Volksfestcharakter leider nicht möglich ist“, sagt Agnes Ossege.

Marien-Bilder in den Fenstern

Die Festwoche wird nach Ansicht von Gabi Berheide viele ansprechen, die mit ihrer Teilnahme am liturgischen Programm mit den Gottesdiensten, Taizé-Feiern, Liedern und Mediationen ihren Glauben ausdrücken. „Wir danken für das Leben, beten für die Familien und den Frieden in der Welt“, sagt Berheide.

Ihren Glauben ausdrücken werden viele Warendorfer, indem sie Marien-Figuren und Marien-Bilder in die Fenster der Altstadt-Häuser stellen. Das wird auch Ina Brunemann-Keuter tun. Sie wohnt unweit der Marien-Kirche und wird eine große und schlichte Marien-Statue für alle sichtbar an ihr Wohnzimmerfenster platzieren.

Die Kirchen in Warendorf beginnen die einwöchige Festwoche zu Mariä Himmelfahrt mit Gottesdiensten am Samstag, 7. August. Vorgesehen sind in den Folgetagen unter anderem Feiern wie „Wie im siebten Himmel – ein Abend für Liebende“, ein „Kirchliches Kabarett zu Mariä Himmelfahrt“ und „Weibliches in Musik, Wort, Tanz und Bild“. An mehreren Abenden gibt es „Offene Kirchen“ mit Musik und Gesang. Den Abschluss der Festwoche bildet ein Open-Air-Taizé-Gebet am Sonntag, 15. August, um 20.30 Uhr vor der Marienkirche. Damit niemand auf den Kirmestrubel zum Kirchenfest verzichten muss, findet vom 5. bis 22. August der Linnenpark, ein temporärer Freizeitpark auf dem Lohwall, statt. Er öffnet donnerstags und freitags von 15 bis 23 Uhr und samstags und sonntags von 13 bis 23 Uhr.

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