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Hans Rütten gehört zu den Gründern der Aktion Anatuya

Wie eine Straelener Pfarrei seit 50 Jahren Menschen in Argentinien hilft

Die Aktion in Straelen hat nicht nur wichtige Infrastrukturprojekte gefördert, sondern auch Bewusstsein der Solidarität mit den Christen in Argentinien geschaffen.

„Die Aktion Anatuya liegt mir am Herzen. Und das seit mehr als 50 Jahren.“ Hans Rütten gehört zu den Gründervätern der Aktion. Seit 1967 unterstützt der heute 83-jährige KAB-Mann die Hilfsaktion, die 1964 in der Pfarrei St. Peter und Paul in Straelen gegründet worden war. Seit diesen Jahren gehörte er dem Kirchenvorstand an und erlebte, wie der damalige Pfarrer Wilhelm Mehring dafür warb, dem argentinischen Bistum finanziell zu helfen.

Und das schon bald mit Erfolg. Sehr früh wurden Projekte wie eine Handwerkerschule, der Bau von Zisternen, Mutter-Kind Heime, die Landwirtschaftsschule San Benito und pastorale Aktionen für Familien- und Kinderbetreuung durch die Spenden aus Straelen unterstützt. Pfarrgemeinderat, die Sternsinger, die KAB, die ARG und andere Gruppen förderten die Aktivitäten im Bistum Anatuya. „Wir haben dadurch ein Bewusstsein der Solidarität mit den Christen in Argentinien geschaffen“, sagt Rütten.

Fasziniert von der Schlichtheit

Und das war nach seiner Ansicht dringend notwendig. Denn das Bistum Anatuya, 1961 gegründet, liegt in der ländlichen Region im Nordwesten Argentiniens. „Eine sehr arme Gegend. Das hat der erste Bischof, Jorge Gottau, eindrucksvoll beschreiben können“, erzählt Rütten. Bischof Gottau ist von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Hilfswerk Adveniat nach Straelen an den Niederrhein vermittelt worden. Durch den Kontakt zu Gottau wurde nicht nur wichtige Hilfe geleistet, es gestaltete sich auch ein sehr persönliches Verhältnis. „Dabei half, dass Gottau aufgrund seiner Vorfahren gut Deutsch sprach“, erinnert sich Rütten. „Wir waren damals sehr fasziniert von der Schlichtheit seine Lebensführung. Er hat sich sehr für die Armen eingesetzt“, sagt Rütten.

Damit stehe er auf gleicher Linie wie der heutige Papst Franziskus. „Gottau verkörperte damals geradezu die Botschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils und die von Johannes XXIII.“, meint Rütten. Er als KAB-Mitglied habe seine Lebensweise, sein Charisma, immer bewundert. Die Nachfolger, die Bischöfe Antonio Juan Baseotto, Adolfo Armando Uriona, José Melitón Chavez und José Luis Corral, haben den Kontakt an den Niederrhein ebenfalls gepflegt. Eine wichtige Hilfe war in vielen Jahren die Pastoralreferentin Carola Brüker, die sieben Jahre im Bistum Anatuya gelebt hat und so als Brückenkopf tätig war. Über sie lief in dieser Zeit die Förderung der Projektarbeit, die sie nun von Kleve aus weiterführt.

Tradition wird weiterleben

Rütten hält bis heute Kontakt nach Anatuya. Intensiv hat er sich mit Menschen aus dem Bistum über die Probleme in der Corona-Zeit ausgetauscht. Bischof Corral habe ihm geschrieben, dass sie mit Vorsicht und mit Angst durch diese Zeit kämen. „Gott sei Dank sind die Menschen im Bistum Anatuya vor großen Infektionszahlen verschont geblieben“, weiß Rütten. Das läge sicher an der ländlichen Region, das sich in diesem Fall als Segen erweise. Rütten ist überzeugt, dass die mehr als 50-jährige Tradition weiterlebt. Bischof Corral gehöre dem Steyler Orden an. Er werde bald Goch, Steyl, Kevelaer und dann sich auch Straelen besuchen. „Diese enge Verbindung stärkt die Straelener Aktion“, ist sich Rütten sicher.

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