Aktion in St. Dionysius in der Fastenzeit

1.000 Ballons schweben durch die Kirche in Havixbeck

Im Gewölbe der St.-Dionysius-Kirche Havixbeck schimmert es golden. Da schwebt etwas, was da eigentlich nicht hingehört. 1.000 Luftballons sind zur Decke gestiegen. Sie rahmen Stuckornamente ein, drücken sich in romanische Fensternischen und tanzen über dem großen Altarkreuz, wenn ein Luftzug durch den Kirchenraum geht.

Was soll das? Die Aktion „LebensLuft“ ist ein Fastenzeit-Projekt mit spannender Symbolik, sagt Pastoralreferent Christoph Schulte. Er hat mit seinem Team die Ballons mit Helium gefüllt und mit Gemeindemitgliedern unter die Decke steigen lassen. „Bis Ostern werden einzelne Ballons etwas Gas verlieren und sich in den Raum absenken.“ Dadurch soll ein Bild für die Höhen und Tiefen des Lebens entstehen: „Auch uns Menschen geht oft genug die Puste aus und wir hängen in der Luft.“ Den Glanz verlieren aber weder die Ballons noch die Menschen, unterstreicht Schulte: „Wir bewahren zu jedem Zeitpunkt unsere Würde und Einzigartigkeit, die uns Gott eingehaucht hat.“

Botschaft über Kunst transportiert

Ungewöhnliche Aktionen, die den Kirchenraum für Menschen über den Kreis der sonntäglichen Kirchenbesucher hinaus öffnen, haben Tradition in Havixbeck. Eine Graffiti-Krippe ist bereits entstanden, Schüler der benachbarten Schulen konnten sich in den großen Pausen im Advent für besinnliche Momente in einem Bauwagen einfinden.

„Kirche hat ihre Botschaft schon immer auch über Kunst und Ästhetik transportiert“, sagt Schulte. Die goldenen Ballons unter der Decke zählt er dazu. „Mit ihnen kann ich Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen für Glaubensfragen interessieren.“

Gesellschaftliche Bedeutung

Denn das Thema ist in seinen Augen „gesellschaftsrelevant“. „Es geht um Fragen über das Leben, über gegenseitige Verantwortung, über das Menschsein an sich, über Hoffnung und dann eben auch über Gott.“ Das hat Bedeutung für jeden und bringe die Kirche mit ihren Antworten in Kontakt zu vielen Menschen, sagt Schulte.

Nicht zuletzt deswegen sponsert die Sparkasse Westmünsterland das Projekt mit 1.500 Euro. Nicht wegen des religiösen Hintergrunds, sagt Schulte: „Sondern wegen der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung.“

Mehr zum Projekt und zu weiteren innovativen Ideen im Bistum Münster lesen Sie in der Wochenzeitung „Kirche+Leben“ vom 25. Februar. Sie können sie hier bestellen.