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Ein Gedanke zum 2. Adventssonntag aus der Benediktinerabtei Königsmünster

Abrahams Advents-Impuls: Vom Licht

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So gemütlich der Advent sein kann, so schön und besinnlich: Die Zeit auf Weihnachten zu kann auch eine Chance sein, zu sich selbst zu kommen. Was sagt der Advent mir ganz persönlich, wo findet seine Botschaft ihren Widerhall in meinem Leben, meiner Seele, meiner Sehnsucht und meiner Angst? Pater Abraham Fischer OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede, gibt an jedem Adventssonntag Weggeleit.

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis.“ (Gen. 1, 1-4)

Der Autor:
Pater Abraham Fischer ist Mönch, Priester, Metallbaumeister und Leiter der Kunstschmiede der Abtei Königsmünster in Meschede. | Foto: privat
Pater Abraham Fischer ist Mönch, Priester, Metallbaumeister und Leiter der Kunstschmiede der Abtei Königsmünster in Meschede. | Foto: privat

So erzählt der Anfang der Bibel, das Buch, das berichtet, wie alles ward, was wir nunmehr vorfinden. Das Licht ist dementsprechend erst nach jener Urfinsternis aus Gottes Wort geschaffen. Trotzdem kann es noch in der Finsternis sein, gleichsam „unvermischt und ungetrennt“.

Licht und Finsternis scheinen also kein Gegensatz zu sein. Das eine muss das andere nicht ausschließen, um selbst sein zu können. Ein Urfrieden der Gegensätze. Erst Gott scheidet Licht von Finsternis. In Gottes Wort gibt es hier kein Werturteil: Denn das Dunkel war und Gott ließ es so sein. Er veränderte es nicht. Licht schuf er in Finsternis hinein. Beide, das Helle wie das Dunkle, bleiben Geschwister im Horizont der göttlichen Gutheißung.

Das Lebensgeheimnis aus Licht und Dunkel

Die Unterscheidung erst zeigt uns Menschen nur, was sie sein können. Auf unser menschliches Wesen bezogen, meint das die Scheidung in den dunklen Urgrund der Seele und in das Licht des Lebens. Die Trennung bewirkt Klarheit, und sie erst lässt die Übergänge bewusst werden. Das Licht der Welt wurzelt in der Seelentiefe. Und was nach außen glänzt, hat sein Fundament in der Dunkelheit eines gebärenden Gottesherzens.

Wir sind berufen, die Trennung zwischen Licht und Finsternis zu ahnen und wissend um das Lebensgeheimnis, das aus Licht und Finsternis gewebt ist, kann die ganze Schöpfung im Licht einer Gott ebenbürtlichen Herrlichkeit glänzen:

„Jerusalem! bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht. Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an, Setzt dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt; denn Gott will deinen Glanz dem Erdkreis unter dem ganzen Himmel zeigen.“ (Bar. 5, 1b-3)

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