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Bode: Kirche muss weg von Orten des Machtgebarens

25 Jahre Erzbistum Hamburg - Bode ruft Kirche zu Umkehr auf

Mit einem Festgottesdienst haben die norddeutschen Katholiken am Dienstagabend das 25-jährige Bestehen des Erzbistums Hamburg gefeiert. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hielt die Festpredigt.

Mit einem Festgottesdienst haben die norddeutschen Katholiken am Dienstagabend das 25-jährige Bestehen des Erzbistums Hamburg gefeiert. An der Messe im Hamburger Mariendom nahmen nach Kirchenangaben mehr als 1.000 Besucher teil. „Ich hoffe, dass wir aus diesem Fest genügend Schwung gewinnen, um die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft anzugehen“, sagte Hamburgs Erzbischof Stefan Heße.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode rief in seiner Predigt zu einer Besinnung der Kirche auf ihre Ursprünge auf. Eine solche Umkehr sei gerade auch nach „dem tiefen Vertrauensverlust“ durch die Missbrauchskrise notwendig.

Bode: Größere Rolle für Frauen

Werner Thissen.
Auch der ehemalige Hamburger Erzbischof Werner Thissen feierte den Gottesdienst mit. | Foto: Marco Heinen (Erzbistum Hamburg)

Ein Aufbruch sei besonders für die hierarchische, amtlich verfasste Kirche geboten, so der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Sie müsse weg von den Orten „der religiösen, politischen und gesellschaftlichen Mächte und des Machtgebarens“. Es dürfe ihr nicht um eine „Rückeroberung alter Herrlichkeit“ gehen, sondern darum, mitten unter den Menschen zu sein. Dazu gehöre auch, dass mehr Frauen die Frohe Botschaft überbrächten, sagte Bode.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, überbrachte dem Nordbistum Glückwünsche von Papst Franziskus. „Allen, die im Laufe der letzten 25 Jahre am Aufbau dieser Teilkirche mitgearbeitet haben, gilt heute der Dank des Heiligen Vaters Franziskus“, sagte Eterovic.

Ministerpräsident: Christentum wichtige Bezugsgröße

An der Feier nahmen zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil. Die Landesbischöfin der evangelischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, lobte die ökumenischen Beziehungen. „Als Christinnen und Christen erfahren wir, dass wir zusammengehören“, sagte sie.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rief die Kirche auf, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. „Das Christentum ist eine wichtige Bezugsgröße für die Menschen“, betonte der Katholik. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nannte die katholischen Gemeinden „wichtige Akteure“ und einen „Ort der Integration“ in der Stadt.„ Wir hoffen, dass die katholischen Schulen in Hamburg noch eine langfristige Perspektive finden und ihre gute Arbeit fortsetzen können“, betonte er. Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) bezeichnete das Erzbistum Hamburg als „Symbol der deutschen Wiedervereinigung“.

Das Erzbistum Hamburg

Das Erzbistum Hamburg wurde am 7. Januar 1995 gegründet und ist die jüngste und flächenmäßig größte katholische Diözese in Deutschland. Es umfasst Hamburg, Schleswig-Holstein und den Landesteil Mecklenburg. Dort leben knapp 400.000 Katholiken, die mit einem Anteil von knapp sieben Prozent eine Minderheit in der Bevölkerung sind. Vor der Neugründung hatten weite Teile des heutigen Erzbistums zum Bistum Osnabrück gehört.

Erster Erzbischof von Hamburg war Ludwig Averkamp, sein Nachfolger war Werner Thissen. Beide stammen aus dem Bistum Münster. Stefan Heße ist nun der dritte Leiter des Erzbistums.

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