Anzeige
Komm in den Login KLup
___STEADY_PAYWALL___

UPDATE: Requiem und Beisetzung am 7. Januar in Münster

Als Deutscher war er Nuntius in Deutschland: Erwin Josef Ender ist tot

  • Erwin Josef Ender, Vatikan-Diplomat und früherer Papst-Botschafter in Berlin, ist tot.
  • Der Priester des Bistums Münster starb am Montagmorgen im Alter von 85 Jahren in Rom.
  • Requiem und Beisetzung finden am 7. Januar in Münster statt.
Anzeige

Erwin Josef Ender, langjähriger Vatikan-Diplomat und früherer Papst-Botschafter in Berlin, ist tot. Der Priester des Bistums Münster starb am Montagmorgen im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Rom.

Der am 7. September 1937 in Steingrund in der schlesischen Grafschaft Glatz geborene Ender arbeitete ab 1970 im vatikanischen Staatssekretariat. Nach seiner Bischofsweihe am 5. April 1990 durch den damaligen Papst Johannes Paul II. vertrat Erzbischof Ender den Heiligen Stuhl als Botschafter zunächst im Sudan, dann in Somalia, im Baltikum, in Tschechien und ab 2003 in Deutschland.

Schlesier wuchs in Lüdinghausen auf

Seit seiner Pensionierung 2007 lebte Ender in Rom, wo er verschiedene Aufgaben in der Kurie wahrnahm, etwa als Mitglied der Missionsbehörde. Er wird in Münster beigesetzt (siehe Kasten).

Enders Familie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben; sie kam nach Lüdinghausen im Münsterland. Er studierte in Rom Theologie als Seminarist des deutschen Priesterkollegs „Germanicum“ und wurde am 10. Oktober 1965 von Kardinal Julius Döpfner zum Priester für das Bistum Münster geweiht.

Nuntius in Deutschland

Ender trat 1970 in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er arbeitete bis 1990 im vatikanischen Staatssekretariat, ab 1980 als Leiter der deutschsprachigen Abteilung. Zudem assistierte er vor allem Johannes Paul II. bei Privataudienzen, begleitete ihn auf Reisen und fungierte in den 1980er Jahren mehrfach als vatikanischer „Reisemarschall“.

Ab 2003 war der Deutsche Ender Botschafter des Papstes in Deutschland – eine solche Besetzung ist für den Vatikan sehr unüblich. Sie darf aber ebenso als Zeichen der Wertschätzung gelten wie die Tatsache, dass der deutsche Papst Benedikt XVI. Ender in diesem Amt beließ. Bei Benedikts Deutschlandreisen 2005 zum Weltjugendtag in Köln und 2006 nach Bayern war Ender an der Organisation beteiligt.

Bätzing würdigt „Brückenbauer“ Ender

Mit „Weitblick und Engagement“ habe Ender die Aufgabe als Botschafter des Heiligen Stuhls in Berlin wahrgenommen, schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in einem Nachruf. Er würdigt Ender als Brückenbauer vor allem in die Politik, „wo Nuntius Ender hoch anerkannt war“. Bätzing verweist auch auf dessen langjährige diplomatische Erfahrung an „Brennpunkten auf dem afrikanischen Kontinent“ und im Vatikan.

Requiem und Beisetzung in Münster
Das Pontifikalrequiem für Ender wird am Samstag, 7. Januar 2023, um 10 Uhr im Dom in Münster gehalten, teilte das Bistum Münster am 21. Dezember mit. Beigesetzt wird er im Anschluss auf dem Domherrenfriedhof.

Drucken
Anzeige