Sozialbischof: Politik ist möglich, wo es Kompromisse gibt

Asyl-Streit von Seehofer und Merkel: Overbeck hofft auf Kompromiss

Der katholische deutsche Sozialbischof Franz-Josef Overbeck hat sich erneut für einen Kompromiss in der Asylpolitik ausgesprochen. „Ich setze darauf, dass Politik immer möglich ist, wo es Kompromisse gibt“, sagte er am Samstag im Kölner Domradio. Er erwarte von allen Parteien in der Regierungsverantwortung, dass sie sich dafür einsetzten.

Zwischen CDU und CSU kriselt es seit Wochenbeginn wegen der geplanten und verschobenen Präsentation des „Masterplans Migration“ von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Seehofer sind dabei uneins über die Frage möglicher Zurückweisungen von bereits in der EU registrierten Asylbewerbern an der Grenze.

„Emotionen machen Argumentation schwierig“

Overbeck sagte, er setze auf „Bürgersinn“, um „von Angst regierten gefährlichen Strömungen zu begegnen“. Populismus habe niemals allein mit Sachgründen zu tun, „sondern auch mit Emotionen sowie der Frage nach Identität und Sicherheit“.

Mit Blick darauf sei es bisweilen schwierig, Meinungen auszutauschen, die vernunftbegründet und argumentativ gestützt seien, so der Ruhrbischof. Es gelte jedoch, neu durchzubuchstabieren, „warum Europa, warum die Demokratie im Sinne dessen, was wir jetzt 70 Jahre erleben, ein Friedensprojekt ist. Das zu unterstützen werden wir nicht müde, und ich glaube, dass wir als Kirchen eine ganze Menge dazu beitragen können.“