Besuch in Dortmund ist auch ein „Dank für die gute Ökumene“

Bischof Felix Genn gestaltet Bibelarbeit beim Kirchentag

Bischof Felix Genn war „sehr gerne“ der Einladung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Dortmund gefolgt. Seinen Besuch dort wolle er auch als Ausdruck des Dankes verstanden wissen, als Dank für die gute ökumenische Zusammenarbeit, aber auch als Dank dafür, dass unter anderem Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, im vergangenen Jahr am Katholikentag in Münster teilgenommen hatte. „Ich hoffe, dass durch die gegenseitigen Besuche unser ökumenisches Miteinander weiter gestärkt wird“, sagte der Bischof nach einer Bibelarbeit, die er in der Dortmunder Heilig-Kreuz-Kirche angeboten hatte.

Genn lobte dabei die Losung des Kirchentages „Was für ein Vertrauen“. Die Erzählung aus dem zweiten Buch der Könige, der das Leitwort entnommen wurde, zeige, dass Mut, Tatkraft und Vertrauen durch alle Höhen und Tiefen zu einem guten Ende führten. Nicht nur in der Bibel, sondern auch im Leben. „Deshalb passt dieses Leitwort ganz aktuell in unsere gesamtkirchliche Situation“, erklärte Münsters Bischof.

Bistum Münster vielseitig vertreten

Zu Beginn seiner anschließenden Bibelarbeit räumte der Bischof ein, dass es um eine sehr schwierige und auch umstrittene Textstelle aus dem Alten Testament gehe: die Opferung Isaaks durch Abraham im Buch Genesis (22, 1-19). Gott befiehlt Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern. An der Opferstätte hält ein Engel Abraham jedoch im letzten Moment davon ab, seinen Sohn zu töten. Daraufhin wird Abraham für seine Gottesfurcht belohnt, da er bereit war, dieses große Opfer zu bringen. Diese biblische Geschichte ist auf verschiedene Weise interpretiert worden. Sie spielt eine Rolle in der Liturgie wie in der Kunst. All dies stellte Bischof Genn in seiner theologischen Ausarbeitung vor rund 80 Kirchentagsbesuchern dar.

Das Bistum Münster war mit den Bistümern Paderborn und Essen sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) mit einem eigenen Programm unter dem Leitwort „Ökumenisch Kirche sein“ beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund vertreten. Dr. Michael Kappes, Leiter der Fachstelle Theologische Grundfragen und Ökumene im Bistum, moderierte unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Ökumene 2.0 – Neuaufbrüche nach 2017“.