Seligsprechung von Kardinal von Galen 2005

Das Bistum Münster bei Benedikt XVI.

Mehr als 5.000 Gläubige aus der Diözese Münster machen sich Anfang Oktober 2005 auf den Weg nach Rom, um an der Seligsprechung von Kardinal Clemens August von Galen teilzunehmen. Es ist auch das Jubiläumsjahr "1200 Jahre Bistum Münster", das in einer großen Pilgerfahrt die Verbundenheit der Diözese mit der Weltkirche unter Beweis stellt.

Am 9. Oktober erhebt im überfüllten Petersdom mit Hunderten von Messdienern, darunter vielen aus der Borkener St.-Remigius-Gemeinde und aus Galens Geburtsort Dinklage, der Präfekt der Kongregation für Heilig- und Seligsprechungen, Kardinal José Saraiva Martins, den "Löwen von Münster", wie Kardinal von Galen genannt wird, zur Ehre der Altäre. Zum Ende des Seligsprechungs-Gottesdienstes erweist Papst Benedikt XVI. dem neuen Seligen die Ehre. Es ist auch ein Sympathie-Erweis für das Bistum Münster.

Papst würdigt Mut des Seligen

Der Papst spricht vom Mut des Widerstands Galens gegen die Macht der Tyrannei. "Wir sollen uns auch fragen: Von woher kam ihm die Kraft zum Widerstand in einem Augenblick, in dem auch starke Menschen sich schwach und feige gezeigt haben? Der Glaube hat ihm die Kraft gegeben zu tun und zu sagen, was andere nicht zu tun und zu sagen wagten." Der Papst erwähnt Telgte, den Wallfahrtsort, den Galen oft zu Fuß aufsuchte, und die münstersche Servatii-Kirche, wo Galen die Ewige Anbetung einführte.

Papst Benedikt XVI. begrüßt herzlich und freudig Bischof Reinhard Lettmann, der ihm einige der Gäste vorstellt. Wenig später kennt die Begeisterung unter den Bistums-Pilgerinnen und Pilgern keine Grenzen. Auf dem Petersplatz jubeln sie zusammen mit weiteren 20.000 Gläubigen aus aller Welt dem Papst bei seinem Angelus-Gebet ausgelassen zu, als er der Weltöffentlichkeit den neuen Seligen vorstellt.

Unter der Benediktionsloggia des Petersdoms hängt das Bildnis Galens, ein Zeichen auch dafür, wie sehr der Glaube ihm die Kraft gegeben hat, zu tun und zu sagen, was andere nicht wagten. Für viele spricht Margret Pernhorst, die damalige Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, als sie sagt: "Wallfahrt und Seligsprechung stärken unsere Arbeit und unseren Auftrag."