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Reisinger: Beschämendes Zeugnis für mangelnde Rechtskultur der Kirche

Ex-Ordensfrau kritisiert Vatikan nach Priester-Freispruch

Als „beschämendes Zeugnis für die mangelnde Rechtskultur der Kirche“ hat die frühere Ordensfrau Doris Reisinger den Freispruch des Vatikans im Fall des Ordenspriesters Hermann Geißler kritisiert.

Als „beschämendes Zeugnis für die mangelnde Rechtskultur der Kirche“ hat Buchautorin und Ex-Ordensfrau Doris Reisinger eine Entscheidung aus dem Vatikan im Fall des Ordensmanns Hermann Geißler kritisiert. Das höchste Vatikangericht hatte den Priester am Mittwoch in einem kirchenrechtlichen Strafverfahren vom Vorwurf der sexuellen Belästigung im Kontext der Beichte freigesprochen.

Reisinger wirft dem ehemaligen Büroleiter der Glaubenskongregation und Mitglied des Ordens „Das Werk“ vor, sie 2009 während einer Beichte sexuell belästigt zu haben. Reisinger war von 2003 bis 2011 ebenfalls Mitglied der geistlichen Gemeinschaft. Geißler wies die Beschuldigungen stets als unwahr zurück.

Wer den Freispruch unterzeichnete

Üblicherweise ist die Glaubenskongregation für solche Fälle zuständig. Da der Beschuldigte dort tätig war, wurde der Fall von der Apostolischen Signatur bearbeitet. Unterzeichnet ist der Bescheid Berichten zufolge vom Präfekten der Signatur, Kardinal Dominique Mamberti, sowie vom Sekretär, Bischof Giuseppe Sciacca.

Reisinger sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Als ich Schwester des Werkes war, stand Giuseppe Sciacca in freundschaftlichem Kontakt mit dem Werk. Meines Erachtens hätte er an einem solchen Beschluss daher nicht beteiligt sein und ihn nicht unterzeichnen dürfen.“

Reisinger: Ich bin nicht angehört worden

Sie selbst habe von der Vatikan-Entscheidung aus der Presse erfahren, so Reisinger. Während der Vorermittlungen sei sie nicht, „wie ursprünglich geplant“, von der Signatur angehört worden. Dessen ungeachtet habe sie eine umfangreiche schriftliche Aussage vorgelegt, „in der ich auch die Aussage einer weiteren Betroffenen beigelegt habe, deren Erfahrungen sich bis ins Detail hin mit meinen decken“.

Reisinger ist die Autorin der Bücher „Nicht mehr ich“ und „Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“. Sie berichtet darin noch unter dem Namen Doris Wagner von sexuellem und geistlichem Missbrauch während ihrer Ordenszugehörigkeit.

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