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Wallfahrtsassistenz im münsterländischen Eggerode

Familie van de Loo bereitet Marienfeste vor

Uwe van de Loo hat Anfang des Jahres im Marienwallfahrtsort Eggerode seinen Dienst als Kirchenmusiker, Küster und Wallfahrtsassistent angetreten. Nun steht die große Festwoche mit zahlreichen liturgischen Feiern bevor.

 

Jedes Jahr feiern Gläubige aus dem Münsterland und darüber hinaus in der ersten Septemberwoche in St. Mariä Geburt Eggerode die Marienfestwoche. Diese Wallfahrtswoche wird durch besondere liturgische Elemente wie tägliches Morgen- und Marienlob, heilige Messen und Andachten sowie tägliche Beichtgelegenheiten geprägt. Diese Tradition erleben und vor allem mitgestalten wird das Ehepaar Marie-Theres und Uwe van de Loo, das Anfang des Jahres aus dem Marienwallfahrtsort Kevelaer in den Marienwallfahrtsort Eggerode zog.

Uwe van de Loo (50) wirkt als Küster, Kirchenmusiker und Wallfahrtsassistent, seine Frau Marie-Theres (49) hat den Pilgerladen übernommen, in dem Andenken, Grußkarten, Kerzen, Rosenkränze, Kreuze, Bücher und vieles mehr erhältlich sind. Uwe van de Loo ist Nachfolger von Thomas Frye, der nach 40-jähriger Tätigkeit als Wallfahrtsassistent in den Ruhestand getreten war.

Ansprechpartner für Pilgergruppen

Das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“. | Foto: Johannes Bernard
Das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“. | Foto: Johannes Bernard

„Eggerode gefällt uns sehr“, sagt das Ehepaar unisono. „Der Ort strahlt Ruhe aus.“ Mit den Pilgern, aber auch mit den Bewohnern des 800-Seelen-Dorfs kämen sie gut ins Gespräch, sagt der Wallfahrtsassistent.

Etwa 70.000 Wallfahrer kommen jährlich nach Eggerode, um am Gnadenbild „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“ zu beten, darunter viele Pfarreien, Verbände, Frauen- und Seniorengemeinschaften aus den Kreisdekanaten Coesfeld, Borken und Steinfurt. Etwa 250 Pilgergottesdienste stehen jährlich im Kalender. Aber auch Wallfahrer aus dem Emsland, dem Ruhrgebiet und dem Niederrhein suchen den kleinen Ort auf.

van de Loo bringt Erfahrungen aus Kevelaer mit

Aufgabe von Uwe van de Loo ist es, die Wallfahrtszeiten abzustimmen, die liturgischen Feiern vorzubereiten und Ansprechpartner für die Priester zu sein.

Van de Loo ist ein erfahrener Sakristan. Zuletzt arbeitete er zehn Jahre in Kevelaer unter den Wallfahrtsrektoren (und heutigen Weihbischöfen) Stefan Zekorn und Rolf Lohmann. Bis zu 50 Gottesdienste am Tag werden dort von sechs Küstern organisiert. „Ein strammer Dienstplan regelt in Kevelaer den Ablauf. Für die Küster registriert ein Zeiterfassungssystem die Arbeitszeit.“ Das Besondere an Kevelaer sei die Internationalität. Viele Kardinäle und Bischöfe aus zahlreichen Ländern habe er dort erlebt.

Bei der Arbeit kennengelernt

Kevelaer war seine vierte Küsterstelle. Der gelernte Gartenbautechniker aus Dinslaken kam über Umwege zum Küsteramt und zur Kirchenmusik. 1996 übernahm er die erste Küsterstelle in Herne, fünf Jahre später folgte ein Wechsel auf die Insel Sylt, wo er auch in der Tourismuspastoral der Pfarrei mitwirkte. Dort lernte er auch seine Frau Marie-Theres kenne, die als Gemeindereferentin arbeitete.

Nach einer Zwischenstation im oberbergischen Marienheide zog es die beiden nach Kevelaer, wo die aus Wallenhorst bei Osna­brück stammende Marie-Theres van de Loo nach der C-Kirchenmusiker-Ausbildung auch als Organistin tätig war.

Spannender Fund im Tresor

In Eggerode fühlt sich das Ehepaar wohl. Beide sagen, dass sie an keinem anderen Ort so freundlich empfangen worden seien wie im münsterländischen Dorf. Das Wort von der Sturheit der Westfalen sei auch mehr ein Gerücht.

Zu den Aufgaben als Küster zählt auch die Pflege der liturgischen Geräte. Dabei entdeckte van de Loo in einem Tresor bislang kaum beachtete Votivgaben wie Kreuze, Brautkreuze, Eheringe, Broschen und Medaillen.

Vorfreude auf die Marienfestwoche

Viele Votivgaben stammen aus den Zeit von 1850 bis 1930. Ein Teil davon schmückt seit einigen Wochen das Gnadenbild. „Votivgaben drücken Dank und Bitten aus. Mit den kostbaren Geschenken wollten die Menschen der Gottesmutter für Hilfe und Trost ihren Dank bezeugen“, sagt der Sakristan. Frauen der Paramenten-Gruppe haben den roten Samtbezug mit Votivgaben von Pilgern früherer Jahrhunderte verziert.

Schon jetzt freut sich das Ehepaar van de Loo auf die am 1. September beginnende Marienfestwoche. Viele gute Prediger aus dem Bistum Münster habe der Wallfahrtsort gewinnen können, meint Uwe van de Loo und verweist auf das Festprogamm.

Termine zur Festwoche Mariä Geburt
Das Vokalensemble „consonanz à 4“ eröffnet mit einem besonderen Marienkonzert die Festwoche. Am Samstag, 1. September, um 20 Uhr in der Kirche St. Mariä Geburt bietet das Ensemble in einer vierstimmigen Besetzung a-capella-Musik zu Ehren der
Muttergottes von Gregorianischem Gesang über verschiedene bekannte und unbekannte „Ave Maria“ auch ein Stück, das extra für dieses Ensemble geschrieben wurde.

Weitere Termine:
Sonntag, 2. September: 10 Uhr ein Festhochamt, 15 Uhr Pilgerandacht mit persönlichem Einzelsegen.
Montag, 3. September: 8 Uhr Morgenlob, 14 Uhr Pilgeramt mit Pfarrdechant Markus Trautmann aus Dülmen, 18 Uhr Marienlob.
Dienstag, 4. September: 8 Uhr Morgenlob, 15 Uhr Pilgeramt mit Kaplan Ralf Meyer aus Greven, 18 Uhr Marienlob.
Mittwoch, 5. September: 8 Uhr Morgenlob, 15 Uhr Pilgeramt mit Pfarrer em. Karl Sendker aus Kevelaer, 17.30 Uhr Pilgerandacht.
Donnerstag, 6. September: 8 Uhr Morgenlob, 15 Uhr Pilgeramt mit Pfarrer Benedikt Elshoff aus Lüdinghausen, 18 Uhr Marienlob.
Freitag, 7. September: 8 Uhr Morgenlob, 15 Uhr Pilgeramt mit
Kaplan Christoph Hendrix aus Damme, 18 Uhr Marienlob.
Samstag, 8. September: 16 Uhr Beichtgelegenheit, 17 Uhr Heilige Messe.
Sonntag, 9. September, Patronatsfest Mariä Geburt: 10 Uhr Festhochamt, 15 Uhr Pontifikalamt mit Weihbischof Ludger Schepers aus Essen, anschließend große Marienprozession.

Von Montag bis Freitag ist jeweils eine halbe Stunde vor dem
Pilgeramt Beichtgelegenheit.

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