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Orgelbauverein St. Bonifatius steuerte 100.000 Euro bei

Geschafft: Freckenhorst hat eine neue Orgel

Am 2. Dezember ist es endlich so weit: Dann segnet Weihbischof Stefan Zekorn die neue Orgel in der St.-Bonifatius-Kirche in Freckenhorst. Zur Finanzierung des Instruments hat der Orgelbauverein 100.000 Euro beigesteuert.

Die Stiftskirche ohne Orgel ist wie ein Garten ohne Blumen.“ So hat es ein Freckenhorster Bürger formuliert, und so steht es in der Festschrift, die zur Weihe der neuen Orgel in der Freckenhorster St.-Bonifatius-Kirche am 2. Dezember herausgegeben wird.

Die Festschrift ist nur ein Teil des großen Pakets, das der Orgelbauverein geschnürt hat, um den Neubau der Orgel zu ermöglichen. Nicht erst, als die alte Orgel völlig unspielbar war, weil neben vielem anderen auch der Blasebalg defekt war, wurde der Ruf nach einem neuen Instrument laut. Ende 2014 gründete sich dann der Orgelbauverein, dem mehr als 200 Freckenhorster beitraten. Mit diesem Potenzial konnte der Verein sein ausgefeiltes Konzept realisieren.

Viel Überzeugungsarbeit

Denn 400.000 Euro für ein Musikinstrument auszugeben, und sei es für eine Orgel, immerhin die „Königin der Instrumente“, versteht nicht jeder auf Anhieb. Hermann Flothkötter, Vorsitzender des Vereins und langjähriger Direktor der Landvolkshochschule Freckenhorst, berichtet von den Vorbehalten, die der Kirchengemeinde und dem Orgelbauverein zunächst entgegenschlugen.

„Aber wir haben eine breite Öffentlichkeitsarbeit betrieben und sehr viele überzeugen können.“ Gunter Tönne, Vorstandsmitglied des Vereins, ergänzt: „Wir sind aus der Kirche hi­naus­gegangen zu den Menschen.“

Der Verein hatte es sich zum Ziel gesetzt, 100.000 Euro zum Orgelneubau beizusteuern, und er hat dies Ziel erreicht. Das Motto hieß: „Die Orgel ist für alle da.“ Es gab Benefizkonzerte ganz unterschiedlichen Zuschnitts und Patenschaften für Orgelpfeifen. Alte Pfeifen wurden ebenso verkauft wie Gutscheine für Kirchenführungen und Lesungen. Großer Beliebtheit erfreute sich auch eine Lotterie mit 40.000 Losen.

Orgelbaufirma Seifert beauftrag

Währenddessen wurde die Orgelbaufirma Seifert aus Kevelaer beauftragt, die neue Orgel zu bauen. Was an Pfeifen aus der alten Orgel weiterverwendet werden konnte, wurde ausgebaut und restauriert. Die neue Orgel steht am alten Ort links neben dem Altarraum.

Blick auf den Orgelprospekt. | Foto: Claudia Maria Korsmeier
Blick auf den Orgelprospekt. | Foto: Claudia Maria Korsmeier

Das weiße Gehäuse mit den silberfarbenen Pfeifen des Orgelprospekts fügt sich in seiner edlen Schlichtheit gut in den romanischen Kirchenbau ein. Die Orgel verfügt über zwei Manuale und Pedal und 38 Register, die gut für die Musik des späten Barock und der frühen Romantik geeignet sind. Winddruck, Tonerzeugung und Registerkombinationen werden mit der neuesten Technik geregelt.

In sechs Wochen intoniert

Der Spieltisch kann von verschiedenen Stellen im Kirchenraum aus bedient werden. Die Luftzirkulation im Orgelgehäuse und auch in der Kirche wurde so modifiziert, dass Schäden aufgrund von Feuchtigkeit in der Luft ausgeschlossen werden.

Sechs Wochen brauchten die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Seifert, um die neue Orgel zu intonieren, also jede Pfeife an ihrem Ort zu stimmen und mit den anderen Pfeifen in Harmonie zu bringen. Angesichts der Vielzahl von Orgelpfeifen in allen Größen ist das nicht besonders lang, zumal die Orgelbauer ihre Arbeit für die Gottesdienste jeweils unterbrechen mussten.

Doch sie ist fertig, „punktgenau und termingerecht“, sagt Hermann Flothkötter: „Es war eine Gemeinschaftsleistung, dass das in so kurzer Zeit gelungen ist.“

Die neue Orgel in der St.-Bonifatius-Kirche Freckenhorst verfügt über zwei Manuale und Pedal und über 38 Register. Sie wurde von der Orgelbaufirme Seifen aus Kevelaer gebaut. Die Kosten betrugen 400.000 Euro.

Am Vorabend des ersten Advents, am 2. Dezember, wird Weihbischof Stefan Zekorn die neue Orgel weihen. Einen Tag später erklingt das erste Konzert und eröffnet eine Reihe, die die Orgel in all ihren Facetten vorstellen sollen.

Neue Akzente möglich

Der Orgelbauverein wird sich nicht auflösen. Denn zu seinen Zielen gehört auch, die neue Orgel, für deren Bau sich so viele eingesetzt haben, ins Leben der Freckenhorster zu integrieren. „Es soll weitergehen“, fasst Gunter Tönne das Konzept zusammen. Mit Orgelmusik sollen neue Akzente auch in den Gottesdiensten gesetzt werden.

Die Orgel soll Kindern und Jugendlichen vertraut werden und auch Menschen begeistern, die sonst nicht ohne weiteres in die Kirche kommen. Einige der Aktivitäten, die der Verein im Angebot hatte, sollen fortgesetzt werden.

Festschrift zur Weihe

Tönne und Flothkötter haben sich auch ausgiebig mit der Geschichte der Orgeln in der Freckenhorster Stiftkirche beschäftigt und stellen sie in der Festschrift dar. Sie stellten fest, dass bereits im 18. Jahrhundert eine Orgel für ihre Kirche gebaut wurde, an deren Finanzierung viele mit privaten Spenden mitwirkten.

„Das ist also keine neue Erfindung“, erläutert Tönne. Aber eine gute. Und sie ermöglicht, was Flothkötter vor Augen schwebt: „Über die Musik die Menschen dazu zu bringen, eine Ahnung vom Himmel zu bekommen.“

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