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Verwaltungsdirektor erläutert Neugestaltung des Generalvikariats

Hammecke beim Diözesanrat: Bei Arbeitsweisen und Ressourcen „neu denken“

  • Die Arbeitsweisen und Ressourcen im Bischöflichen Generalvikariat sollen heutigen Gegebenheiten angepasst werden. Damit verbunden sind deutliche Sparmaßnahmen.
  • Verwaltungsdirektor Ralf Hammecke stellte die Pläne im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Diözesanrats vor.
  • Bei der Sitzung wurden neue Mitglieder des obersten synodalen Mitwirkungsgremiums des Bistums Münster gewählt.
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„Explodierende Kosten“ und zunehmender Fachkräftemangel machen Neustrukturierungen und Sparmaßnahmen beim Prozess zur Neugestaltung des Bischöflichen Generalvikariats erforderlich. Das sagte Verwaltungsdirektor Ralf Hammecke bei der konstituierenden Sitzung des Diözesanrats am 10. Juni. Es sei dringend erforderlich, Arbeitsweisen und Ressourcen neuen Gegebenheiten anzupassen, „neu zu denken“.  Die Arbeitsprozesse im Bischöflichen Generalvikariat orientierten sich dagegen häufig noch an Strukturen vergangener Jahre.

In dem Zusammenhang sehe sich die Arbeitsgruppe, die im Generalvikariat mit der Neugestaltung befasst ist, vor drängenden Fragen: Wie reagiert die Behörde zum Beispiel auf Digitalisierung, aber auch auf einen absehbaren drastischen Arbeitnehmermangel? „In den nächsten sechs Jahren gehen 30 Prozent der Mitarbeiter in den Ruhestand“, erläuterte Hammecke. Zudem spiele der Bereich „Ökologie“ eine zunehmend wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang seien Beheizung und der Einsatz von Photovoltaik nur einige Punkte, die zu bedenken seien. „Müssen drei Pfarrheime im Umkreis von drei Kilometern noch bespielt werden?“, gab Hammecke ein Beispiel.

Überlegungen „ins Konkrete transponieren“

Es gehe darum, die Überlegungen der Arbeitsgruppe entschlossen und absehbar „ins Konkrete zu transponieren“. So würden die genauen Kosten der Verwaltungsbereiche ermittelt, um vor dem Hintergrund eines drastisch schrumpfenden Bistumshaushalts der kommenden Jahre entsprechende Sparmaßnahmen einzuleiten.

Dies solle aber nicht „nach der Rasenmäher-Methode geschehen, sondern nach genauer Analyse und Abwägung“. Hammecke ließ keinen Zweifel daran, dass es gravierende Veränderungen geben werde. „Der Jetzt-Zustand der finanziellen Kirche in Deutschland ist ein milder Hauch von dem, was kommt“, kündigte der Verwaltungsdirektor an. Als Beispiele für Konsequenzen nannte er einen kreativeren Umgang mit Homeoffice-Möglichkeiten und zeitversetzt genutzten Büros, um Kosten zu sparen – oder die Kündigung angemieteter Flächen im Stadtgebiet von Münster.

Altersversorgung als Herausforderung

Die Altersversorgung der Mitarbeitenden nannte Hammecke als weitere Herausforderung für die Zukunft. „Das Geld dafür bekommen wir nicht vom Staat“, machte er deutlich. „Wir müssen auf lange Sicht neu denken“, fasste Hammecke die Überlegungen zusammen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe hofften, bis zum Jahresende erste Maßnahmen der Neuorientierung festzumachen. Dabei setzten sie auch auf die Kooperation und Kreativität der Mitarbeitenden. Vorschläge seien erwünscht, zumal angestrebt werde, die Maßnahmen transparent zu vermitteln. Eines der Ziele solle sein, „innovative, interessante Arbeitsplätze zu schaffen“.

Trotz der gravierenden Veränderungen machte Hammecke aber auch Mut: „Wir können den Prozess noch steuern, weil in der Vergangenheit gut gewirtschaftet wurde“, bilanzierte er.

Vorgehen bei geistlichem Missbrauch

Über Pläne zum zukünftigen Vorgehen beim Verdacht auf geistlichen Missbrauch informierte bei der Sitzung des Diözesanrats Generalvikar Klaus Winterkamp. Gemeinsam mit dem Bistum Osnabrück würden dafür Strukturen geschaffen, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für beide Bistümer würden in absehbarer Zeit auf einer Homepage genannt.

Eine Clearingstelle, die mit Experten wie Psychologen, Soziologen und Juristen besetzt ist, bearbeitet nach dem Durchgang durch eine diözesane Kommission die Fälle weiter. Das Votum der Clearingstelle wird dann an die diözesane Kommission zurückgegeben, die dem Bischof eine Entscheidung empfiehlt. Winterkamp legte dar, dass sich die Auswahl geeigneter Personen zum Teil noch schwierig gestalte.

Wahl neuer Mitglieder

Bei der konstituierenden Sitzung des Diözesanrates wurden einige neue Mitglieder gewählt. Als Moderator des Diözesanrats wurde Frank Möllmann einstimmig in seinem Amt bestätigt. Seine Stellvertreterin wird Jutta Rademacher sein.

Fünf Mitglieder wurden in den Diözesanrat hinzugewählt – zusätzlich zu den Mitgliedern, die ohnehin qua Amt dem Gremium angehören: Jan Hoyer (Bakum), Hendrik Roos (Münster), Niklas Hesselmann (Dülmen-Hiddingsel), Walter Twehues (Sassenberg) und Melanie Kohn (Coesfeld).

Im Hauptausschuss, der die laufenden Geschäfte des Diözesanrats führt, werden zusätzlich zu den Mitgliedern qua Amt drei neue Engagierte mitarbeiten: Katharina Fröhle (Geistliche Leitung im Bund der Deutschen Katholischen Jugend), Ruth Gerdes (Kreisdekanat Recklinghausen) und Ulrich Vollmer (Diözesankomitee der Katholiken).

Bischof dankt für Engagement

Bischof Felix Genn hob den synodalen Charakter des Gremiums hervor. Er dankte allen, die sich im Diözesanrat einsetzten, trotz der gegenwärtigen Situation der Kirche, „die es uns nicht leicht macht“. Glücklicherweise gebe es Frauen und Männer, die bereit seien, in Gruppen und Gemeinden mitzuarbeiten. „Das ist eine gute Nachricht: Ihnen ist daran gelegen, das kirchliche Leben in unserem Bistum mitzugestalten“, sagte der Bischof.

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