Kommentar von Kirche+Leben-Redakteur Jens Joest

Katholikentag bringt Klarstellung zur AfD – das tut gut

Soll ein AfD-Politiker beim Katholikentag diskutieren oder nicht? Nun hat sich der Veranstalter in die Debatte eingeschaltet – erfreulich deutlich, findet unser Redakteur Jens Joest.

Endlich. Die Leitung des Katholikentags in Münster – je zur Hälfte besetzt mit Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Bistums Münster – hat sich einstimmig zum Mitwirken des AfD-Kirchenpolitikers Volker Münz erklärt. Und sich trotz dieser Einladung eindeutig von den Rechtspopulisten distanziert.

Es ist nicht verwunderlich, dass Münz mitdiskutieren darf. Die AfD sitzt im Parlament, und die Entscheidung der Katholikentagsleitung stand lange fest: Wer im Bundestag sitzt, wird eingeladen.

Klare Kante

Neu ist, wie deutlich der Katholikentag formuliert. „Zu unserem Bedauern“ sitze die AfD im Bundestag. Noch klarer: „Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen.“ Dieser Satz meint die Rechtspopulisten – und die ganze Katholikentagsleitung unterschreibt ihn: ZdK-Präsident Thomas Sternberg, Münsters Bischof Felix Genn, Notburga Heveling vom Diözesankomitee der Katholiken – um nur einige zu nennen.

Ja, Volker Münz darf beim Katholikentag diskutieren. Das ist demokratisch üblich und richtig. Deutschland ist keine Diktatur, hier darf jeder seine Meinung sagen. Sogar Hetzer von der AfD.

Aber: Münz darf nicht auf Zustimmung hoffen. „Der Katholikentag in Münster stellt sich entschieden gegen jede Form von Vorurteilen und Hass, auch wenn sie sich als Sorge tarnen“, betont die Spitze des Katholikentags. Er wende sich „gegen alle, die Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Herkunft diffamieren“. Gegen „jede Verhöhnung demokratischer Politiker und Institutionen und die Verleumdung freier Medien“.

AfD letztlich nicht christlich

Vorurteile, Hass, Diffamierung – all das entspricht dem Katholikentag nicht. Es entspricht den Menschen nicht, die in der katholischen Kirche aktiv sind. Letztlich unterstreicht die Erklärung: Eine Partei mit den Mitteln und Positionen der AfD ist nicht christlich.

Diese Sicht ist nicht neu. Aber manchmal braucht es die Klarstellung. Christen ertragen jeden Menschen, lassen ihn zu Wort kommen und urteilen dann. Wer die AfD erlebt, kann nur zum Urteil des Katholikentags kommen.