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Eröffnungsfilm „Die Unbeugsamen“ begeisterte Publikum

Kirchliches Filmfestival in Recklinghausen läuft noch bis Sonntag

  • Vertreter beider Kirchen brachen beim elften kirchlichen Filmfestival in Recklinghausen eine Lanze für das Kino in Corona-Zeiten.
  • Regisseur Torsten Körner aus Berlin präsentierte erstmals seinen Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“.
  • Sonderedition mit ihrem Corona konformen Konzept ein Probelauf für das nächste Jahr.

 

Kultur in Corona-Zeiten: Das elfte kirchliche Filmfestival unter der künstlerischen Leitung von Michael M. Kleinschmidt und Horst Walter startete am Freitag in Recklinghausen: „Das Festival und auch Ihr Besuch ist ein Zeichen der Solidarität mit dem Kino. Für die Sonderedition haben die Organisatoren ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt“, sagte Propst Jürgen Quante bei der Begrüßung der rund 200 Zuschauerinnen und Zuschauer im Saal. Pastorin Saskia Karpenstein würdigte den Einsatz der Aktiven und zitierte ein geflügeltes Wort aus dem Matthäus-Evangelium: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ „Kultur und Kino sind enorm wichtig. Wir brauchen es, in andere Welten einzutauchen. Gottes Wort ereignet sich immer auch in der Welt“, sagte die frisch gewählte Superintendentin des Kirchenkreises Recklinghausen.

Mit einer Weltpremiere startete das Programm. Regisseur Torsten Körner war aus Berlin angereist und präsentierte erstmals in einem großen Kino seinen Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“. Der Film erzählt in Originalaufnahmen von Ende der 1950er bis Mitte der 1980er Jahre und aktuellen Interviews die Geschichte von Politikerinnen in der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene Männer erkämpfen mussten. Die Erinnerungen der Frauen sind zugleich komisch und bitter, absurd und bisweilen erschreckend aktuell. Körner, Jahrgang 1965, stellte sich nach dem Film, an dem er vier Jahre gearbeitet hat, dem begeisterten Publikum.

Populismus ist immer ein Thema - nicht nur in der Vergangenheit

„Eigentlich hätte die Dokumentation im April in die Kinos kommen sollen. Das ging wegen Corona nicht. Heute habe ich ihn selbst erstmals mit einem größeren Publikum gesehen. Ihre Reaktionen und Ihr Interesse rühren mich“, gab Körner bewegt zu. Ihm sei aufgefallen, wie aktuell auch heute wieder die Themen der Vergangenheit seien. Angefangen beim Thema Klima bis hin zum Populismus. „Das hatten wir alles schon einmal, und es kommt wieder. Wir beobachten eine Retraditionalisierung der Rollenbilder. Doch die Welt ist nicht schwarz und weiß, sondern es gibt viele Graustufen. Um jede dieser Graustufen müssen wir kämpfen“, rief er das Publikum auf. Körner hofft, dass sein Film im November Premiere feiern und anschließend in den Kinos gezeigt werden kann.

Schweren Herzens mussten die Organisatoren, der Arbeitskreis Kirche & Kino des Katholischen Kreisdekanats Recklinghausen und des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, im März das elfte Kirchliche Filmfestival mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie absagen. In kleinerer Form, aber mit Preisträgerfilmen und Filmschaffenden, findet es an diesem Wochenende im Cineworld Recklinghausen außerdem zusätzlich auch digital statt. „Das Gespräch mit Autoren, Regisseuren oder Schauspielern ist immer ein besonderer Aspekt des Festivals. Wir möchten Begegnungen ermöglichen, Einblicke und Zugänge schaffen und Gespräche anregen. Deshalb sind wir glücklich, dass wir zu jedem Film Gäste begrüßen können“, sagte Pastoralreferent Joachim van Eikels, Mitglied im Arbeitskreis. Zudem sei die Sonderedition mit ihrem Corona konformen Konzept ein Probelauf für das nächste Jahr, in dem es wieder eine größere Auflage des Festivals geben könnte.

Weitere Informationen zum Kirchlichen Festival gibt es unter www.kirchliches-filmfestival.de.

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