„VITAmorphose“ lehnt sich an „SilentMod“ im Kölner Dom an

Laser, Musik und Duft in Münsters Lambertikirche

Im Kölner Dom war „SilentMod“ im vergangenen Jahr eine Sensation mit unerwartet großem Erfolg. Rund 50 000 Menschen entdeckten die Kathedrale bei elektronischen Klängen von „Blank&Jones“, Laser-Installationen und Duftexperimenten. Jetzt soll es ein ähnliches Projekt in Münsters Stadtkirche St. Lamberti geben.

„VitaMorphose“ heißt die Kunstinstallation für alle Sinne: eine Wortneuschöpfung aus dem Lateinischen und dem Griechischen, die soviel wie „Lebenswandlung“ bedeutet. Das Konzept dazu stammt wie schon in Köln von zwei Pastoralreferenten und Künstlern aus Münster: Marius Stelzer und Rupert König.

Die neuen Pfarrer von St. Lamberti, Hans-Bernd Köppen und Detlef Ziegler, haben sie dazu animiert, berichtet König im Gespräch mit „Kirche+Leben“. Erst vor wenigen Wochen hätten auch die Pfarreigremien grünes Licht gegeben – und nun wird sich „VitaMorphose“ am 31. Oktober und 1. November den Hauptgedanken von Reformationstag und Allerheiligen widmen: der Taufe und der Verheißung der Auferstehung.

Taufe und Auferstehung

„Ausnahmsweise werden wir dazu das Hauptportal direkt am Prinzipalmarkt öffnen“, erläutert König. Denn so werden die Besucher geradewegs zum Taufbecken am Anfang des Mittelgangs geführt: „Durch die Taufe werde ich Teil von Christus, was für Martin Luther und die Reformation besonders wichtig war“, erklärt König. „Und durch die Taufe habe ich die Verheißung eines ewigen Lebens, was im Kern die Botschaft von Allerheiligen ist.“

Einen blauen Laser-Tunnel wie hier 2015 auf dem Kapitelsfriedhof beim Domjubiläum wird es am 31. Oktober und 1. November auch in Münsters Lambertikirche geben.Einen blauen Laser-Tunnel wie hier 2015 auf dem Kapitelsfriedhof beim Domjubiläum wird es am 31. Oktober und 1. November auch in Münsters Lambertikirche geben. | Archiv-Foto: Michael Bönte

Entsprechend soll das Taufbecken von drei grünen Lasern bestrahlt werden. „Wenn man daran vorbeigegangen ist, geht der Blick in einen 70 Meter langen blauen Laser-Tunnel – eine Andeutung des Jenseits“, erklärt König. Zudem werden die Fenster im Altarraum von außen beleuchtet, sodass die Motive Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu in den Raum strahlen. Außen soll der Kirchturm in pulsierendes blaues Licht gehüllt werden.

„Incence 2.0“ – eigens kreierter Duft

Das  alles aus einem einzigen Grund, sagt König: „Wir versuchen, das auf neue Weise hervorzuheben, was ohnehin in der Kirche vorhanden ist.“ Den Raum, den Glauben, Gott neu und mit allen Sinnen zu erfahren – das ist die Idee. Daher wird es neben dem Visuellen auch etwas für die Nase und die Ohren geben. „Incense 2.0“, also „Weihrauch 2.0“ ist der Name eines Duftes, den der Parfümeur Marc von Ende und der Zellphysiologe Hans Hatt von der Ruhr-Universität Bochum bereits für den Kölner Dom entwickelt hatten. In der Lamberti-Kirche wird er erneut verströmt – „mit einer faszinierend beruhigenden Wirkung“, wie König weiß.

Und für die Ohren wird die Installation mit einem eigens gemixten elektronischem Sound begleitet, in dem sich auch klassische Anleihen mit Bezug zur Toten- und Auferstehungsliturgie erahnen lassen: gregorianische Elemente, Zitate aus den Requien von Wolfgang Amadeus Mozart und Gabriel Fauré. Auch Musik des DJ-Duos „Blank&Jones“, das 2016 im Kölner Dom live aufgetreten ist, soll gespielt werden. An Allerheiligen wird dazu Lamberti-Organist Tomasz Adam Nowak improvisieren.

Wartezeiten sind möglich

„VitaMorphose“ kann am 31. Oktober und am 1. November erlebt werden. Beginn ist jeweils um 17 Uhr, damit auch Familien mit Kindern dabei sein können. Um 18 Uhr wird die Abendmesse gefeiert, wozu zwar die Laserstrahler abgestellt sein werden, andere Elemente der Lichtinstallation sollen aber bleiben. Um 19.30 Uhr geht es als „offene Kirche“ weiter, jeder kann kommen, bleiben und gehen, wie er mag. Der Zugang ist nur über den Haupteingang im Westen vom Prinzipalmarkt her möglich. Mit Wartezeiten dürfte zu rechnen sein.