Susanne Deusch vom BDKJ gibt Tipps für Könige und Hausbewohner

Liebe Sternsinger, nur kein Stress an der Tür!

Rund 30.000 Kinder und Jugendliche sind in diesen Tagen als Sternsinger unterwegs, doch immer weniger Menschen kennen sie. Was die kleinen Könige wissen müssen und wie sie auf merkwürdige Situationen reagieren können, erklärt Susanne Deusch, Geistliche Leiterin des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster.

„Kirche+Leben“: An den Türen werden die Sternsingerinnen und Sternsinger nicht immer nur herzlich empfangen. Können Sie diese Beobachtung bestätigen?

Susanne Deusch ist Geistliche Leiterin des BDKJ im Bistum Münster. | Foto: Norbert Ortmanns

Susanne Deusch: Aus unserer Erfahrung freut sich immer noch der Großteil der Menschen über den Besuch der Kinder und den Segen, den sie bringen und anschreiben – und bedenkt sie auch häufig mit einer Spende. Im Bistum Münster sammelten die Sternsinger Anfang dieses Jahres mehr als 3,2 Millionen Euro, das waren sogar fast 100.000 Euro mehr als im Vorjahr. Tatsächlich gibt es aber auch immer wieder Menschen, die nicht mehr um die Bedeutung der Sternsinger-Aktion wissen und die Kinder zum Teil unfreundlich abweisen.

Wie werden die Kinder auf ablehnende Reaktionen vorbereitet?

Mit der Vorbereitung durch die Sternfahrer versuchen wir, sie in die Lage zu versetzen, darauf angemessen zu reagieren und den Sinn ihres Handelns zu vermitteln. Im besten Fall macht das den einen oder anderen neugierig und überzeugt ihn vom guten Zweck. Bei ganz unfreundlichen Vertretern raten wir den Kindern, die Ablehnung nicht persönlich zu nehmen und sich nicht auf eine Konfrontation einzulassen. Zurückschimpfen hilft ja nicht weiter. Und bei Gruppen mit jüngeren Kindern empfiehlt es sich ohnehin, sie durch einen erwachsenen Betreuer begleiten zu lassen, der Fragen beantworten und auf Kritik vernünftig eingehen kann.

Freuen sich die Sternsinger eigentlich immer noch über Süßigkeiten?

Natürlich – und das zu Recht. Sternsinger zu sein, ist manchmal hart und anstrengend. Die Kinder ziehen bei jedem Wetter und in ihrer Freizeit von Tür zu Tür, da haben sie sich eine kleine Belohnung verdient. Die meisten Süßigkeiten werden aber – auf Wunsch der Kinder – hierzulande an soziale Hilfsprojekte gespendet.