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Diözesane Arbeitsgemeinschaften für LSBTIQ-Pastoral sieht mehr Offenheit in der Kirche

LSBTIQ-Seelsorgende: Für queere Menschen da, aber keine andere Lehre

  • Die katholische Kirche in Deutschland wird offener für queere Menschen, sagt Andreas Heek.
  • Er koordiniert für die Bischofskonferenz die Arbeit der "Arbeitsgemeinschaft LSBTIQ*-Pastoral in den deutschen Diözesen".
  • Bei den Seelsorgenden gebe es große Unsicherheit zwischen kirchlicher Lehre und pastoraler Praxis.

 

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Der Leiter der Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit der Deutschen Bischofskonferenz, Andreas Heek, sieht eine wachsende Offenheit der katholischen Kirche in Deutschland für queere Menschen. Zugleich sei es aber noch ein weiter Weg, bis "wir es schaffen, dass junge Menschen wieder sagen: Wenn ich homosexuell bin, kann ich trotzdem katholisch sein und mich aus vollem Herzen in der Kirche engagieren", sagte Heek im Interview des Internetportals katholisch.de. "Eigentlich müssten wir bei jedem Kontakt mit ihnen erstmal um Verzeihung dafür bitten, wie Kirche mit ihnen und ihren Lebensformen umgegangen ist."

Heek koordiniert die Arbeit der seit 2016 bestehenden "Arbeitsgemeinschaft LSBTIQ*-Pastoral in den deutschen Diözesen". Nach seinen Angaben gibt es in 15 von 27 Bistümern Seelsorgerinnen und Seelsorger, die damit beauftragt sind. Auch in anderen Diözesen gebe es Gesprächskreise und Vernetzungen zwischen queeren Menschen und der Seelsorge.

Heek: Seelsorgende sind unsicher

Heek räumte ein, dass es bei den Seelsorgerinnen und Seelsorgern viele Unsicherheiten gebe. Sie erlebten "eine Diskrepanz zwischen dem kirchlichen Lehramt und der pastoralen Notwendigkeit im Umgang mit queeren Menschen". Die großen dogmatischen oder moraltheologischen Fragen zu diesem Thema seien noch nicht endgültig vom Lehramt entschieden, sagte er.

Gleichwohl räumte Heek ein: "Uns geht es nicht darum, das kirchliche Lehramt zu verändern, sondern wir stellen uns den Sorgen und Anliegen der Menschen, die glaubende Christen sind und auf uns zukommen." Dazu wolle die Arbeitsgemeinschaft Standards für eine gute seelsorgerliche Praxis entwickeln. Das sei dann auch ein wichtiges Signal an die nichtkirchliche Öffentlichkeit dafür, dass die Kirche sich tatsächlich verändern könne.

"Sensibilität ist enorm gestiegen"

Aus Sicht des Theologen gibt es bei den katholischen Bischöfen in Deutschland große Offenheit. "Die Sensibilität dafür, dass wir eine offene und inklusive Kirche sind, ist enorm gestiegen. Gerade auf der pastoralen Ebene treffe ich auf großes Interesse, das Arbeitsfeld weiterzuentwickeln", sagte er.

Heek verwies darauf, dass die Pastoralkommission der Bischofskonferenz im Herbst den Essener Weihbischof Ludger Schepers erneut für die Kontakte zur LSBTI*-Pastoral benannt und somit deutlich gemacht habe, dass sie dieses pastorale Arbeitsfeld bedeutsam finde.

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