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Neuer Service gegen Einsamkeit im Landkreis Vechta

Malteser im Oldenburger Land suchen Hunde und Halter für Besuchsdienst

  • Die Malteser im Oldenburger Land wollen auch im Landkreis Vechta einen Hunde-Besuchsdienst gegen Einsamkeit aufbauen.
  • In Delmenhorst sind dafür bereits acht Mensch-Hund-Teams regelmäßig in Senioreneinrichtungen unterwegs.
  • Außerdem sollen die ehrenamtlichen Helfer künftig verstärkt auch zu Hause lebende Menschen besuchen.
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Mehr als sechs Monate hatte Heike Walter den Mann besucht, einmal in der Woche. „Er war nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt, hatte lange alle Kontaktangebote abgelehnt.“ Bis Luna kam und alle ins Staunen versetzte: Die kleine Hündin der Rasse „Bolonka Zwetna“ erreichte spielerisch, was Pfleger und Therapeuten bis dahin vergeblich versucht hatten.

„Nach einem Jahr durfte Luna bei dem Mann sogar ins Bett springen. Oder er hat mit ihr Tricks ausprobiert und sie gestreichelt“, sagt Heike Walter. Sie ist Lunas Halterin und auch Geschäftsführerin der Delmenhorster Malteser. Und sie erinnert sich noch gut an das Lächeln des Mannes: „Das war das Schönste.“

Gesucht: Hundehalter mit Zeit und Einsatzbereitschaft

Heike Walters Hündin Luna im Einsatz bei einem Mann im Rollstuhl. | Foto: Malteser
Heike Walters Hündin Luna im Einsatz bei einem Mann im Rollstuhl. | Foto: Malteser

Seit drei Jahren konnten schon viele Bewohner von Delmenhorster Pflegeeinrichtungen ähnliche Erfahrungen machen. Dank des Projekts „Malteser-Hundebesuchsdienst“, das Heike Walter dort aufgebaut hat und in dem acht Ehrenamtliche mit ihren Tieren im Einsatz sind. Wegen seines Erfolgs soll das Ganze jetzt ausgedehnt werden auf weitere Regionen, zunächst auf den Landkreis Vechta.

Dafür suchen die Malteser jetzt Hundehalter, die auch dort regelmäßig mit ihren Tieren ältere und einsame Menschen besuchen. „Sie fahren etwa zweimal im Monat für eine Stunde zu ihnen, um ihnen eine gute Zeit zu machen“, erklärt Heike Walter das Prinzip. Sie leitet auch das neue, erweiterte Projekt und die Ausbildung der Teilnehmer.

Alleinlebende einsame Menschen werden besucht

Zu den Besuchen in Pflegeeinrichtungen sollen künftig auch solche bei zu Hause lebenden Menschen hinzukommen. „Denn viele von ihnen haben weniger soziale Kontakte als Bewohner von Pflegeheimen“, sagt Heike Walter.

Und wer kann sich mit seinem Hund für den Dienst melden? „Wichtig ist eine gute Bindung zwischen Hund und Halter“, sagt Heike Walter. Die Hunderasse spiele dabei keine Rolle, dafür eine intensive Ausbildung von Mensch und Tier. Vor Beginn werde die Eignung jedes Tiers geprüft. Auch sollten die Hunde bei Ausbildungsstart höchstens sieben Jahre alt sein.

Regelmäßige Treffen mit anderen Ehrenamtlichen gehören dazu

Hund Chester bei einem Besuch in einer Senioreneinrichtung. | Foto: Malteser
Hund Chester bei einem Besuch in einer Senioreneinrichtung. | Foto: Malteser

Zur Ausbildung von Hund und Halter zählen etwa ein Erste-Hilfe-Kursus für Mensch und Tier oder Schulungen im Umgang mit Rollstuhl-Fahrern oder bettlägerigen Menschen. Zu den zwei Besuchen pro Monat kommen monatliche Gruppentreffen der Ehrenamtlichen.

Dabei können sie sich über Erfahrungen austauschen. Zum Beispiel die Freude von Altenheim-Bewohnerinnen und Bewohnern, wenn sie Leckerlis für Luna verstecken. Oder wenn der Hund demente Bewohner anstupst und dazu bringt, ihn zu streicheln.

Projekt „Hundebesuchsdienst“
Die Ausweitung des Hundebesuchsdienstes auf den Landkreis Vechta ist Teil des vom Bundesministerium für Familien, Senioren und Jugend geförderten Projekts „Miteinander füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter“. Hundehalter mit Interesse am Projekt, aber auch Senioren, die sich über einen Besuch freuen würden, können sich melden bei Heike Walter in der Malteser-Zentrale in Vechta, entweder unter heike.walter(at)malteser.org oder unter Telefon 04441-92500.

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