Rückkauf kostet drei Millionen Euro - Bistum beteiligt sich

Mehr als 1.000 Jahre altes Evangeliar kehrt nach Liesborn zurück

Das Liesborner Evangeliar kehrt nach Deutschland zurück. Die mittelalterliche Handschrift komme in das Museum Abtei Liesborn in Wadersloh im Kreis Warendorf, teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit. Die Verhandlungen mit der amerikanischen Kunsthändlerin Sandra Hindman seien nach zwei Jahren erfolgreich beendet worden.

Der Rückkauf der laut Angaben mehr als 1.000 Jahre alten Handschrift kostet rund drei Millionen Euro. Er werde durch die Hilfe mehrerer Sponsoren möglich. Die Kreistagsmitglieder müssen dem Kauf in ihrer Sitzung am 24. März noch zustimmen.

„Rückkehr an den Bestimmungsort“

Landrat Olaf Gericke und Kunsthändlerin Sandra Hindman. | Foto: Kreis Warendorf, Guido Kirchner
Landrat Olaf Gericke und Kunsthändlerin Sandra Hindman. | Foto: Kreis Warendorf, Guido Kirchner

„Das Evangeliar ist einzigartig für unsere Kultur, unseren Glauben und unsere Region“, sagte Landrat Olaf Gericke (CDU). Die Schrift sei ein Zeugnis mittelalterlicher Kunst- und Kulturgeschichte und eines der wenigen vollständig erhaltenen karolingischen Evangeliare aus einem westfälischen Kloster. Kunsthändlerin Hindman sagte vor Journalisten in Warendorf, sie sei „sehr froh, dass dieses Werk an seinen einzig richtigen Bestimmungsort zurückkehren wird“.

Schon 1987 hätten Vertreter des Museums Abtei Liesborn versucht, das Evangeliar zu ersteigern, was nach Angaben der Kreisverwaltung seinerzeit nicht gelang. Im März 2015 habe die jetzige Besitzerin es auf der internationalen Kunstmesse TEFAF in Maastricht zum Kauf angeboten. Der Rückkauf werde unter anderen durch Banken, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW und das Bistum Münster gefördert.